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Die Wolke

Die Wolke
Deutschland 2006, Laufzeit: 102 Min., FSK 12
Regie: Gregor Schnitzler
Darsteller: Paula Kalenberg, Franz Dinda, Hans-Laurin Beyerling, Carina Wiese, Karl Kranzkowski, Richy Müller, Tom Wlaschiha, Gabriela Maria Schmeide, Jennifer Ulrich, Ulrike Arnold, Claire Oelkers, Daniel Rösner, Roland Schreglmann, Lion Sokar

20 Jahre nach Tschernobyl verfilmt Gregor Schnitzler Gudrun Pausewangs Katastrophen-Roman von 1987, der an den Schulen zur Pflichtlektüre wurde. Ungeschminkte Inszenierung des Jugendbuchklassikers Hannah lebt in einer hessischen Kleinstadt und genießt das Leben ? zum Beispiel mit ihrer besten Freundin am Waldsee. Im Unterricht verliebt sie sich in den Außenseiter Elmar. Als es zum ersten Kuss kommt, heulen die Sirenen: ABC-Alarm! Es gab einen Reaktorunfall im nahe gelegenen Atomkraftwerk. Panisch tritt Hannah mit ihrem Bruder die Flucht an, wobei es zu einem schrecklichen Unfall kommt und sie ohnmächtig am überfüllten Bahnhof zusammenbricht. Sie erwacht in einem provisorischen Auffanglager für Jugendliche in Hamburg. Von der Erschöpfung sichtlich gezeichnet, zeigen sich bald erste Auswirkungen des radioaktiven Befalls auf ihrem Körper. Doch Hannah behält ihren Lebenswillen und trifft wenig später Elmar wieder, dem die Nähe zu ihr wichtiger ist als die Gefahr, sich anzustecken. Es beginnt wie eine herkömmliche Teeniegeschichte: Gut gelaunte Lebenslust begleitet Hannah und ihre beste Freundin, der kleine Bruder nervt, die Mutter meint es gut, und in der Schule funkt's das erste Mal. Schnitzler bleibt konsequent bei Hannah: Vom Sirenenalarm über die panische, desorientierte Flucht bis hin ins Auffanglager folgt er dem Mädchen, doch dabei bekommt man wenig mit von der Katastrophe, von den Massen und von den Toten. Im Mittelpunkt steht weniger die Katastrophe, als die Beziehung Hannahs zu Elmar, ihr Weg aus der verstrahlten Zone und ihr Umgang mit der Krankheit. Damit ist die Wolke vielleicht weniger ein Katastrophenfilm, kein Film über "Was wäre, wenn Ö", sondern ein Film über "Was würde ich machen, wenn Ö", hier im Speziellen betrachtet aus der unschuldigen, weil jugendlichen Perspektive. Trotzdem gelingt es Schnitzler streckenweise, die Katastrophe atmosphärisch bedrückend festzuhalten: Windböen scheinen gleich zu Beginn das Unheil anzukündigen, die radioaktive Strahlung selbst bleibt ja unsichtbar, und man traut sich gerade deshalb mitunter kaum zu atmen. Der Film betreibt dabei keine Panikmache, aber er ängstigt, und die Angst ist ja nicht unberechtigt.

(Carla Schmidt)

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