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Richard Hamilton, Swingeing London 67 II, 1968, Museum Ludwig, Köln Schenkung Sammlung Ludwig 1976
© R. Hamilton, all rights reserved/VG Bild-Kunst, Bonn, 2019, Reproduktion: Rheinisches Bildarchiv Köln/ Britta Schlier

Experiment Normalität Kunst

31. Januar 2019

Richard Hamilton und David Hockney im Museum Ludwig – Kunst 02/19

Die Beatlemania war auf dem Höhepunkt. Die Band gab sich mit „for sale“ eine neue Wendung. Überall gab es Mitte der 1960er Jahre diesen Aufbruch in eine neue Zeit. Gesellschaft, Musik und Kunst veränderten sich. Zwei der britischen Künstler die sich damals tête la première ins Getümmel stürzten waren Richard Hamilton (1922–2011) und David Hockney (*1937). Hockney malte homosexuelle Szenen, als das in Großbritannien noch strafbar war, Hamilton gilt als Vater der Pop art, ein Titel den er nie anerkannte. Das Museum Ludwig bringt sie momentan durch den britischen Kunstfilm-Pionier James Scott (*1941) in Dialog, indem zwei Kurzfilme gezeigt werden, die Scott quasi als Schaffens-Dokumentation und Auftragsarbeit für den Arts Council of Great Britain drehte. „Love‘s Presentation“ von 1966 zeigt Hockney als Handwerker und geht auf die homoerotischen Sujets in dem Mappenwerk „Illustrations for Fourteen Poems by C.P. Cavafy“, die im Film natürlich gezeigt werden, mit keinem Wort ein. So soll eine normale Welt suggeriert werden, in der die Kriminalisierung der Homosexuellen keinen Platz mehr hat. Diesen Zyklus haben die Kölner Sammler Herbert Meyer-Ellinger und Christoph Vowinckel dem Museum 2016 geschenkt; er wird zum ersten Mal ausgestellt.

Richard Hamilton ist einer der frühesten Vertreter der britischen Pop Art und hat mit der kleinen Collage „Just what is it that makes today's homes so different, so appealing?“ bereits 1956 eine der Ikonen dieser Stilart geklebt. 1968 machte er dann das Cover des weißen Doppelalbums der Beatles und erhielt so weltweit viel mediale Aufmerksamkeit. Hockney hat ihn porträtiert, 1971 protestierten beide Künstler gegen Eintrittspreise für die britischen Museen. Scotts Film „Richard Hamilton“ (1969) ist auch einer *von* Richard Hamilton. Laut Klappentext bringt er die Konsumtempel, die Popstars, die durchgestrichenen Marilyns zurück in den Fluss, löst sie auf in dem medialen Rauschen, dem Hamilton sie entnommen hat. Der Film wird zu expanded graphics. Er will Vermittlung, aber auch Erweiterung. Das Museum Ludwig erinnert mit ihnen an die subversiven Anfänge der beiden Kunststars.

Hockney/Hamilton. Expanded Graphics | bis 14.4. | Museum Ludwig | 0221 22 12 61 65

PETER ORTMANN

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