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„Concerto under Waterlilies‟mit Elina Pirinen
Foto: Petri Virtanen

Brücken bauen

29. März 2018

Das erste „DNA Weekend“ auf PACT Zollverein – Tanz an der Ruhr 04/18

Unter dem Label [DNA] Departures and Arrivals Vol. 1 werden auf PACT Zollverein am 28. und 29.4. Stücke von drei jungen ChoreografInnen gezeigt, die durch das Programm [DNA], initiiert von der renommierten Schule P.A.R.T.S. (Leitung: Anne Teresa de Keersmaeker) in Brüssel, gefördert werden.

P.A.R.T.S. hat unter dem Namen [DNA] dreizehn europäische Institutionen zusammengeschlossen, deren Ziel unter anderem die Förderung von jungem zeitgenössischem Tanz ist, das PACT ist eine davon. Die Schule verfolgt mit dem Programm das Ziel, Brücken hinaus aus einer künstlerischen Ausbildung hinein in die professionelle Welt des zeitgenössischen Tanzes und der zeitgenössischen Kunst zu bauen. Das Programm ist kein Bestandteil des regulären Studienprogramms in Brüssel, sondern offen für KünstlerInnen, die in einer anderen Institution ausgebildet wurden. Zweimal im Jahr werden Produktionen aus dem Programm im PACT präsentiert. Die Stücke an diesem ersten Wochenende feiern in Essen auch ihre Deutschlandpremiere.

„Concerto under Waterlilies‟ von Elina Pirinen und Heidi Väätänen stammt aus einer Serie, in der sich Pirinen mit den Werken bekannter russischer Komponisten auseinandersetzt. Sie selbst bezeichnet ihre Arbeiten als Autopsien, in diesem Stück ist es Sergei Rachmaninows„2. Klavierkonzert‟. Es entstand nach einer depressiven Phase des Komponisten, Pirinen lässt darin Wahn und Romantik aufeinandertreffen. Ihre Arbeit reflektiert Wahnsinn, Wahrhaftigkeit und Transparenz als Bestandteile des menschlichen Daseins und des subjektiven Blicks in die Welt. Sie lebt und arbeitet in Helsinki.

In „7‟ setzt sich Radouan Mriziga mit dem Verhältnis von Architektur und Körper auseinander. In der antiken Architekturtheorie sind die körperlichen Proportionen noch Vorbild für die Form von Bauwerken gewesen, doch mittlerweile überragen uns die Konstruktionen um ein Vielfaches. Es ist kaum noch möglich ein Verhältnis zwischen Architektur und Körper herzustellen. Mriziga fragt sich, wie sich Architektur verändern würde, wenn wir sie wieder vom Körper aus denken würden? Er studierte Tanz in Marokko, momentan lebt und arbeitet er in Brüssel, schon 2016 war er mit seinem Solo„~ 55‟zu Gast in Essen.

„Andrade‟ von Michiel Vandevelde setzt sich mit dem Menschfresser-Manifest von Oswald de Andrade auseinander. Als Gegenbewegung zur europäischen Dominanzkultur prägte Andrade 1928 das Motto „Statt das Fremde wegzuschieben, das Fremde fressen‟, womit er einer exotisierenden Trennung von eigener und fremder Kultur entgegenwirkte. Vandevelde versucht, ausgehend von Andrades Manifest, die westliche Kultur neu zu denken. Er untersucht die Einflüsse, die auf die heutige Mediengesellschaft wirken, und lässt daraus ein Solo entstehen. Er lebt und arbeitet in Brüssel.

„Concerto under waterlilies“ | Sa 28.4. 18 Uhr | „7“ | Sa 28.4. 20 Uhr | „Andrade“ | So 29.4. 18 Uhr | PACT Zollverein | 0201 81 222 00

Judith Ouwens

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