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Düster und spröde: Das neue Dean Blunt-Projekt Babyfather
Foto: Hyperdub

Zwischen Naivität und Genialität

27. Oktober 2016

Von Neuer Musik über Thrash-Metal zu Sahel Sounds – Unterhaltungsmusik 11/16

Dinosaur Jr., die seit gut zehn Jahren wieder in Originalbesetzung mit J Mascis, Lou Barlow und Murph spielen, sind mit einer bewundernswerten Verlässlichkeit die Noiserock-Band mit den hübschesten Melodien. Das gilt auch wieder für „Give a Glimpse of What Yer Not“, ihr erstes Album seit vier Jahren (3.11., 20 Uhr, Live Music Hall). Eine Gangart härter: Mit Exodus, der genrebegründenden Trash-Legende, in der Kirk Hammett vor Metallica spielte und der frühen Death Metal-Band Orbituary aus Florida kommen zwei Metal-Legenden nach Köln, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Denn abgeschliffen hat sich ihr Sound in all den Jahren nicht. Außerdem dabei: Prong und die jungen Grindcoreler King Parrot (4.11., 20 Uhr, Live Music Hall).

Als Teil der Feierlichkeiten zu Steve Reichs 80. Geburtstag kommt der Kompositionsauftrag „Pulse“ für großes Ensemble in Köln zur deutschen Erstaufführung, Außerdem werden John Cages Schlagzeugquartett „Credo in US“ von 1942 und das „Konzert für Orgel mit Schlagzeugorchester“ von 1973 des Cage-Freundes Lou Harrison aufgeführt (13.11., 20 Uhr, Philharmonie Köln). Der unbekümmerte Sound von Tim Presley aka White Fence spielt Naivität vor, wo Genialität waltet. Darin erinnert er an Mayo Thompson und Red Crayola, gerne wird er auch mit Syd Barrett verglichen. Seine detailreiche Musik steckt jedenfalls voller Überraschungen (15.11., 21 Uhr, King Georg). Pat Thomas hat seit den späten 60er Jahren einen Ruf als einer der bedeutendsten Highlife-Musikers Westafrikas erarbeitet. Im letzten Jahr erschien sein erstes internationales Album – u.a. mit Fela Kutis Drummer Tony Allen. Gerade erschien außerdem eine umfassende Compilation seiner frühen Jahre, die er sicher auch live abdecken wird (23.11., 20 Uhr, Yuca). Danny Brown erinnert mit seinen hochenergetischen, schnellen wie hektischen Raps und dem elektronischen Sound an Dizzee Rascal. Obwohl er aus Detroit kommt, ist er damit nun beim britischen Label Warp gelandet. Das passt allerdings (27.11., 20 Uhr, Die Kantine).

In Bewegung bleiben: Das Weekend Fest modifiziert mit der sechsten Ausgabe wieder einmal das Konzept. Gestartet wird im Kölnischen Kunstverein mit weltmusikalischen Tönen. Ein Film über das Label Sahel Sounds eröffnet den ersten Abend, es folgen Konzerte des nigerianischen Duos Les Filles de Illighadad und der türkischen Psychedelic-Rocker Baba Zula, hierzulande vor allem durch Fatih Akins Musikdoku „Crossing the Bridge“ bekannt. Den langen Samstag in der Mülheimer Stadthalle eröffnen Surface to Air Missive, desweiteren spielt mit Babyfather das neue Projekt von Rap-Genie Dean Blunt. Ein weiteres Highlight ist ein seltener Auftritt der Canterbury-Band Slapp Happy mit einer noch selteneren Begleitung der Krautrock-Legende Faust (in welcher Form auch immer). Weitere Highlights sind Kathleen Hannas (Bikini Kill, Le Tigre) neue Band The Julie Ruin und schließlich Kurt Wagner von Lambchop, der zusammen mit einigen Kölner Elektronikern alle 11 Songs des neuen, elektronischen Albums seiner Band vorstellt. Der Sonntag, wiederum im Kölnischen Kunstverein, bringt eine Doku über den britischen Musiker Lawrence (Felt), der auch Anwesend sein wird. Außerdem spielt die Hamburger Popband und einstige NDW-Perle Die Zimmermänner. Wenn das kein abwechslungsreiches Weekend ist (25. - 27.11., Stadthalle Mülheim / Kölnischer Kunstverein).

Christian Meyer

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