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Psychedelischer Folk von Devendra Banhart auf dem Week-End Fest
Foto: Osk Studios

Thank God it‘s Weekend

28. September 2017

Tolle Konzerte entschädigen für das Ende des Sommers – Unterhaltungsmusik 10/17

Am 5. Oktober startet „Félicité“, der neue Film von Alain Gomis in den Kinos. Vorab ist er auf dem Afrika-Filmfest Köln, das noch bis zum 1. Oktober stattfindet. In diesem Kontext gibt es am 3. Oktober die seltene Gelegenheit die Kasai Allstars, eine Art kongolesische Supergroup, live zu erleben. Die Band rekrutiert sich aus diversen Formationen des Landes und ist für den rauen, tribalistischen Soundtrack von „Félicité“ verantwortlich (3.10., 20 Uhr, Clubbahnhof Ehrenfeld). Francesco Tristano hat mit seinem Spagat als Klassischer Pianist und Akteur im Techno in seinen jungen Jahren schon viel Aufmerksamkeit erregt. Mit der Band Aufgang hat er ebenso wie im Trio mit Carl Craig und Moritz von Oswald mit Techno experimentiert. Mit von Oswald wagt er nun eine Tour de Force durch Werke von Johann Sebastian Bach, John Cage, Francesco Tristano, Moritz von Oswald u.a. (21.10., 20 Uhr, Philharmonie Köln). Zwei Frauen bestreiten mit experimenteller Musik den kommenden Abend der Reihe „Sounds wrong, feels right“: Cool for You steht für melodisch-wogende Klangkollagen mit Vocalschnipseln. Pharmakon ist mit ihrer elektronischen Noisewand nicht nur eine musikalische Herausforderung, sondern schreiend mit ihren regelmäßigen Spaziergängen durch das Publikum auch eine soziale (24.10., 20.30 Uhr, Studio 672).

Tamikrest ist eine jüngere Tuareg-Band aus Mali, die sicher beeinflusst ist von Tinariwen, den Ahnen des Genres, die bereits in den 80er Jahren ihren Wüstenblues genutzt haben, um auf die sozialen Probleme in der Region aufmerksam zu machen. Auch Tamikrest mischen die traditionelle Musik der Tuareg mit westlicher Rockmusik und entwickeln mit ihrer Musik einen erdigen, mitreißenden Drive (27.10., 20 Uhr, Philharmonie). Den elegantesten Pop der Tage machen wohl immer noch Zoot Woman. Ihre neue Single „Solid Gold“ vom Album „Absence“, auf dem auch Kylie Minogue zu hören ist, beschreibt sich im Titel selber. Auch live werden die Brüder Blake und Stuart Price wieder in feinstem Zwirn erscheinen (28.10., 19.30 Uhr, Gebäude 9). Die Melvins haben mit ihrem ca. 25. Album, das ihr erstes Doppelalbum ist, wieder einen grundsoliden musikalischen Bulldozer mit sogar ein paar zarten Regungen hingelegt. Davor spielt das Hardcore-Urgestein Redd Kross (29.10., 19.30 Uhr, Gebäude 9).

Zum siebten Mal, allerdings einen Monat früher als bisher, wird Ende Oktober das Week-End Fest in der Mülheimer Stadthalle über die Bühne gehen. Immer schon freundlich zu Außenseitern, verzichten die Veranstalter dieses Mal fast vollständig auf große Namen. Statt alter Helden stehen mit Laurel Halo, Holly Herndon, Juana Molina oder Julie Byrne viele jüngere Musikerinnen mit mehr oder weniger experimentellem Pop zwischen akustisch und elektronisch auf der Bühne. Außerdem der Gitarrist Shintaro Sakamoto mit funky Exotica-Fantasien, die nerdige Retroband O Terno, der Pianist Pascal Comelade und… doch noch ein großer Name: Weird-Folk Aushängeschild Devendra Banhart mit dem Rundfunk Tanzorchester Ehrenfeld und Jherek Bischoff. Das ist neben der Wiederentdeckung alter Helden und junger, experimentierfreudiger Musiker auch immer eine Besonderheit des Festivals gewesen: Musiker für ein einmaliges Projekt zusammenzuführen. Und da heißt es wieder: Entweder, man war dabei, oder eben nicht (27.-29.10., Stadthalle Mülheim).

Christian Meyer-Pröpstl

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