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„Berlin“ von Jason Lutes
Foto: Jason Lutes, Carlsen Verlag, Hamburg

Reisen durch die Zeit

31. Januar 2019

Fein recherchiert oder fantastisch Imaginiert – ComicKultur 02/19

Man kann sich aktuell im Fernsehen die Wiederholung von „Babylon Berlin“ ansehen. Spannender ist aber sicherlich der Genuss der Berlin-Trilogie von Jason Lutes. Der Kanadier hat vor über zwanzig Jahren mit der Arbeit begonnen, seit Herbst liegt endlich der dritte Teil auf Deutsch vor und nun erscheint eine opulente Gesamtausgabe. Von 1928 bis 1933 begleitet er seine Protagonisten und mit ihnen das Zeitgeschehen von links und rechts, von oben und unten. Das spannende Zeitporträt ist historisch akribisch ausformuliert – dem stehen die detailreichen Zeichnungen inklusive aufwändiger Stadtansichten in nichts nach. Am 5.2. stellt Jason Lutes sein Werk im Literaturhaus in Köln vor (Carlsen). Terry Moore, Autor der Serien „Strangers in Paradise“ und „Rachel Rising“, hat sich schon immer als unorthodoxer Feminist gezeigt. Das ist bei seinem neuesten Werk „Motor Girl“ nicht anders: Die Protagonistin ist Ex-Marine, mit Trauma aus dem Irak heimgekehrt und nun ein ruhiges Leben auf einem Schrottplatz fristend. Als ihr ein paar Geschäftsleute in die Quere kommen, muss sie wieder in den Krieg ziehen. Moores Fantastik-Realismus-Mixtur geht komplett in der durchaus politischen Story auf und spart nicht an überraschenden Wendungen. Nicht nur super korrekt, sondern auch äußerst unterhaltsam (Schreiber & Leser).

Die von Editions Glénat angestoßene Reihe mit ungewöhnlichen Abenteuern der Disney-Figuren Micky und Donald, erzählt von renommierten Auteurs, geht in die nächste Runde. Petrossi und Dab‘s erzählen in „Mickys Reisen durch die Zeit“ von einer unfreiwilligen Zeitreise, beziehungsweise zahlreichen Zeitreisen. Denn Micky wird mit jedem Schlag auf den Kopf unwillkürlich in eine andere Zeit versetzt. Gut, dass immerhin sein Handy funktioniert. Lewis Trondheim und Keramidas sind mit „Donald‘s Happiest Adventures“ bereits zum zweiten Mal dabei. Und wie im Erstling „Mickey‘s Craziest Adventures“ tun die Autoren so, als hätten sie einen alten Fundus verschollener Hefte gefunden, inklusive groben Rasterdrucks und Flecken. Inhaltlich geht es um nichts weniger als das Geheimnis des Glücks und die Suche danach verschlägt Donald ausgerechnet in eine Diktatur. Donald mal philosophisch und politisch (beide Egmont Comic Collection).

Christian Meyer-Pröpstl

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