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„Frau Höpker bittet zum Gesang“ feierte am Samstag Jubiläum
Foto: Katja Sindemann

Einladung zum Singen

09. April 2018

Jubiläumskonzert von Frau Höpker am Tanzbrunnen – Konzert 04/18

„Sommer 2007 hatte ich bei der Langen Zoo-Nacht gespielt und wieder einmal gemerkt, dass die Zuhörer gerne mitsingen, selbst unterschiedliche Genres, es aber an Textkenntnis mangelt. Darauf habe ich reagiert und 2008 in einer kleinen Kneipe in Ehrenfeld Besucher probeweise zu einem Mitsing-Konzert mit Texten eingeladen. Daraus ist in Null Komma Nichts eine Riesensache geworden“, erzählt Katrin Höpker den Beginn ihres Formats, das auf einer Mischung aus bekannten Evergreens, Schlagern, Volksliedern, Popsongs und Medleys basiert. Die Texte werden auf der Bühnenleinwand eingeblendet, so dass alle mitsingen können. Inzwischen tourt sie seit 10 Jahren mit „Frau Höpker bittet zum Gesang“ erfolgreich durch die Lande. Und füllt überall Hallen und Säle.

So am Samstag auch im Theater am Tanzbrunnen, das mit 1.400 Besuchern rappelvoll ist. Das Programm beginnt erstaunlich pünktlich. Die anfängliche Unruhe meistert die smarte Dunkelhaarige souverän mit entsprechenden Chorleitergesten. Beim Einstieg mit „Über den Wolken“ geht das Publikum sofort mit. Auch beim gleich anschließenden „Mamma mia“ wird mitgesungen, wenngleich noch etwas zahm. Offenkundig sind die meisten nicht zum ersten Mal dabei. Katrin Höpker hat die Menge mit smarten Ansagen, kleinen Witzen und aufmunternden Worten gut im Griff. Beim Volkslied „Kuckuck, Kuckuck ruft‘s aus dem Wald“ reagieren die Besucher etwas verhalten, aber bei „Tulpen aus Amsterdam“, das nur die Männer singen, haken sich alle unter und schunkeln mit. „Ich stelle meine Programme immer wieder neu zusammen. Während des Konzerts wähle ich die Stücke ad hoc nach Stimmung und Publikum aus“, erläutert Höpker ihre Vorgehensweise. „Jeder Abend ist also ein eigener musikalischer Fingerabdruck.“ Als Profimusikerin verfügt sie über ein breites musikalisches Spektrum, aus dem sie schöpfen kann. „An der Essenz und Struktur hat sich jedoch in den 10 Jahren nichts geändert“, stellt sie klar. „Die Bestandteile sind meine Stimme, das Klavier und die Leinwand – sonst nichts.“

Mimisch, gestisch und rhetorisch geschickt führt die ganz in Weiß gekleidete Höpker ihre Fans in die achtziger Jahre zurück: „Wer erinnert sich noch an Schulterpolster, Karottenhosen, blassgelbe Pullover mit grünem Krokodil und weiße Socken in blauen Collegeschuhen mit Bommeln?“ Offenkundig erinnern sich viele – das Publikum quietscht vor Lachen. Songs wie „König von Deutschland“, „Major Tom“, „Skandal im Sperrbezirk“ und „99 Luftballons“ werden mit Schmackes mitgeschmettert, das Publikum gerät zunehmend in Bewegung. „Jeder braucht Wurzeln angesichts dessen, was derzeit in der Welt los ist“, erklärt Höpker die Begeisterung. „Die Musik hat ihren Sitz im Leben. Die Schlager von früher sind mit den Biografien der Menschen verknüpft. Es bringt die Menschen in Kontakt mit ihrer eigenen Geschichte, mit sich selbst. Musik verbindet – das ist extrem wichtig heutzutage.“

Katrin Höpkers Liebe zur Musik erklärt sich aus ihrer Biografie. Sie ist Tochter eines evangelischen Pfarrers und mit vier Schwestern aufgewachsen. „Wir haben immer sehr viel gesungen und musiziert. Jede von uns spielt zwei Instrumente. An der Orgel habe ich die Menschen von der Taufe bis zur Bahre musikalisch begleitet. Insofern hat mein Elternhaus die Weichen für meine berufliche Laufbahn gestellt.“ Immerhin hat die Profimusikerin in der Vergangenheit Künstler wie Heino, Stefan Raab und Udo Jürgens begleitet.


Jedes Konzert ist „ein eigener musikalischer Fingerabdruck“, Foto: Erik Sattel

Bei den Mitsing-Konzerten werden drei Sets von je 40 Minuten auf diese Art und Weise zelebriert. Frau Höpker agiert wie eine Dompteuse, verteilt Lob, feuert an, reagiert auf die Impulse des Publikums. Was bedeutet ihr das 10-jährige Jubiläum, fragen wir sie. „Freude und Dankbarkeit“, ist ihre spontane Reaktion. „Ich habe in dieser Zeit wahnsinnig viel gearbeitet, aber es ist das Beste, was ich mir vorstellen kann. Und ich hoffe, dass es noch lange so weitergeht.“ Das Publikum ist jedenfalls zum Schluss ganz euphorisiert. Einer Fortsetzung steht nichts im Wege.

„Frau Höpker bittet zum Gesang“ | 19.4. 20 Uhr: Düsseldorf, Schlösser Quartier Bohème | 25.4. 19.30 Uhr: Köln, Herbrand’s | 26.4. 19.30 Uhr: Bonn, Brückenforum | 28.4. 20 Uhr: Düren, Haus der Stadt | 1.5. 17 Uhr: Pulheim, Dr. Hans Köster-Saal | 2.5. 19.30 Uhr: Bochum, Haus Spitz | 6.5. 17 Uhr: Köln-Westhoven, Engelshof | 9.5. 20 Uhr: Wipperfürth, Alte Drahtzieherei | www.frauhoepker.de

Katja Sindemann

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