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Lebende Legende und Erfinder des Ethio-Jazz: Mulatu Astatke
Foto: Alexis Maryon

Musik mit und ohne Verkleidung

30. Januar 2024

Trotz Karneval ist Platz für Konzerte in Köln – Unterhaltungsmusik 02/24

Black Metal hat mit Corpsepaint – der typischen Gesichtsbemalung als Tote – ja durchaus eine Verwandtschaft zum Karneval. Oder eher zum Geisterzug? Musikalisch geht es nicht so fröhlich zu, auch nicht bei der britischen Band Abyssal. Die macht Death bzw. Black Metal mit Doom-Momenten und badet in apokalyptischen Sounds. Sie spielen zusammen mit Aphotic aus Italien, deren Selbstbezeichnung Dark Post-Death/Doom Metal lautet. Sie garnieren ihren düster-matschigen Sound mitunter mit melodischen oder gar hymnischen Elementen. Support aus Köln sind die Death-Metaller Mauler (4.2., 20 Uhr, Tsunami). Die Wiener Band Culk um Sängerin Sophie Löw taucht tief ein in den kühlen Sound der frühen 80er Jahre. Gitarrensound, Bass und Gesang erinnern an so manchen Post-Punk aus jener Zeit. Also eine Gelegenheit, noch mal in diesen Sound zu erleben oder ihn neu zu entdecken (5.2., 20 Uhr, Bumann & Sohn).

Man sollte die Bezeichnung nicht zu oft bemühen, aber Mulatu Astatke ist sicherlich eine lebende Legende. Er gilt als der Begründer des sogenannten Ethio-Jazz. Nach einem Musikstudium in den 60er Jahren in London und New York kehrte er nach Äthiopien zurück, um Jazz mit der hiesigen Folklore zu mischen. Dieser Sound hat viele Landsleute und später auch weltweit Musiker beeinflusst. Der 80-Jährige klingt mit seiner Band heute immer noch frisch (13.2., 20 Uhr, Gloria). Jérôme Minière war einer der ersten der jungen Chansonniers, die ab den frühen 00er-Jahren durch das Kölner Le Pop-Label auch in Deutschland wahrgenommen wurden. Die elektronischen Momente sind inzwischen stark einem klassischen Indie-Sound gewichen, die schönen Melodien sind geblieben (15.2., 20 Uhr, Yaki).

GZA ist der älteste der neun Wu-Tang Clan-Mitglieder. Gemessen an seinen Soloplatten ist er sicher nicht der Fleißigste aus dem Hause Wu. Aber immerhin tourt er nun auch hierzulande zusammen mit den Phynky Swords, um live an sein großartiges Solodebüt „Liquid Swords“ von 1995 zu erinnern – seinerzeit natürlich produziert vom Wu-Maestro himself – RZA (25.2., 20 Uhr, Die Kantine). Brandt Brauer Frick erforschen seit Jahren die Grenze zwischen Techno und Klassik. Auf ihrem sechsten Album kooperieren sie mit Gastsängern und machen konzeptuellen, aber mitreißenden Techno und House mit analogen Sounds (29.2., 20 Uhr, Gebäude 9).

Christian Meyer-Pröpstl

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