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Jaga Jazzist
Foto: Anthony P. Huus

Auf Lücke gespielt

24. November 2016

Retro-Funk, Jazz-Rock, Japan-Noise, Glamour-Pop und Hip-Hop – Unterhaltungsmusik 12/16

Man könnte meinen, das Weekend Fest geht ins verlängerte Wochenende, so artverwandt und ambitioniert ist dieses Konzert: Das japanische Avant-Pop-Duo Tenniscoats ist bekannt für seine Kollaborationen mit anderen Musikern. Für ihren Auftritt in Köln gesellen sich mit dem nötigen Respekt vor den zarten, fragilen Songs des Paars Saya & Takashi Ueno Markus Acher und Cico Beck von The Notwist und Mat Fowler von Jam Money als Gast dazu. Als Support tritt niemand geringeres als Mantler unter seinem neuen Künstlernamen Marker Starling mit seinem E-Piano auf (29.11., 19.30 Uhr, King Georg). 1994 gründete der Teenager Lars Horntveth gemeinsam mit seinen Geschwistern und einigen Freunden das Jazzkollektiv Jaga Jazzist. Das um die zehn Mitglieder versammelnde Kollektiv, deren Musiker zum Teil auch bei The National spielen und gemeinsam mit Motorpsycho ein Album aufgenommen haben, knüpft an britische Jazz- und Progressive-Rock Kosmen der 70er Jahre an, streift die späten Talk Talk und deren langfließende Tracks und erinnert mit seinen Instrumentals auch immer an Filmmusik (3.12., 20 Uhr, Stadtgarten). Das japanische Trio Melt Banana ist seit fast 25 Jahren eine feste Größe in der Noise-Szene. Mit dem prägnanten, hohen Gesang vonYasuko Onuki haben sie seitdem einen unüberhörbaren Wiedererkennungswert, um den herum ihre betont rhythmischen Stücke stolpernd ins Nervenzentrum des Zuhörers dringen (10.12., 20 Uhr, MTC).

Die britische Band The Wave Pictures macht schrammeligen und kantigen Indie Rock. Ihr neues Album ist am 11. November erschienen, und auch da spielt das Trio immer noch sehr auf Lücke. Der Folk-Anteil ist nun stark zugunsten von rockigen Elementen gewichen. Die Wave Pictures spielen zusammen mit The Burning Hell, der Band um Singer/Songwriter Mathias Kom. Auf deren letzten Album von 2015 gab es ein unglaublich schönes, im Duett vorgetragenes Liebeslied. Der Titel liest sich, auch wenn die Band aus Kanada stammt, seit dem 9.11. noch mal ganz anders: „Fuck the Government, I love you“ (11.12., 19.30 Uhr, Gebäude 9).

Maeckes von der Hip-Hop-Crew Die Orsons hat gerade sein zweites offizielles Soloalbum „Tilt“ veröffentlicht, das mit ungewöhnlichen Beats, interessanten Texten und poppigen Refrains die Idee Hip-Hop gewinnbringend großzügig auslegt. Mit „Gettin’ Jiggy With It“ ist auf jeden Fall schon ein Hit dabei (13.12., 20 Uhr, Gloria). Sie prägten entscheidend den sogenannten Summer of Pop '82: Martin Fry und ABC. Mit glamourösen Popsongs wie „The Look of Love“ oder „Valentine Suite“ brachten sie ihren epischen Glamour direkt an die Spitze der Charts. So viel Stil war selten dort zu hören. Produziert hat Trevor Horn, der dann mit seinem Label ZTT (Art of Noise, Frankie goes to Hollywood) die Chartswelt verändern sollte. Jetzt hat sich Fry an einen zweiten Teil des „Lexicon of Love“ – so der Albumtitel ihres auch heute noch umwerfenden Debüts – gemacht. Ob das Anknüpfen an alte Zeiten auf der Bühne gelingt, wird sich zeigen (15.12. 20 Uhr, Die Kantine).

Keshavara war der Sänger der ehemaligen Kölner Pophoffnung Timid Tiger. Nun gibt es ein erstes Soloalbum, auf dem er tief im Retro-Funk watet. Old-School-Beats, leicht cheesy Atmosphäre mit Codeine-Feeling erinnern etwas an Ariel Pink und verströmen Nerdismus bis zum Anschlag (22.12., 21 Uhr, King Georg).

Christian Meyer

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