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Empty Space On a Chessboard
Foto: Jon Witte

Ambient mit Anspruch

18. Juni 2013

Die taiwanesische Band „Empty Space On a Chessboard“ im Interview – Musik 07/13

„Empty Space On a Chessboard“ machen experimentellen IDM/Ambient und unterlegen das Ganze mit Videos, die nicht bloß als Deko dienen. Im Rahmen der c/o pop sind sie das erste Mal in Deutschland zu sehen – zusammen mit zwei weiteren taiwanesischen Bands („Macbeth“, „My Skin Against Your Skin“). choices sprach mit der Band über ihre Musik, die Video-Kunst und über die Atomenergie in Taiwan.

choices: Ihr seid in Taiwan ziemlich erfolgreich, habt beim MegaPort Festival vor tausenden von Zuschauern gespielt. Jetzt spielt ihr im relativ intimen Studio 672. Eine Umstellung?
ESOaC: Wir haben zwar einige große Konzerte gespielt, aber meistens spielen wir auch in Taiwan vor kleinerem Publikum – in kleinen Clubs, häufig aber auch in Kunst-Galerien.

Welche Musiker haben euch beeinflusst?
Da gibt es viele. Der deutsche Elektronik-Meister Alva Noto ist ein großer Einfluss. Er hat etwa mit dem Japaner Ryuichi Sakamoto zusammengearbeitet, der für uns ebenfalls sehr wichtig war. Außerdem hat uns Jon Hopkins beeinflusst – und natürlich Kraftwerk. Und wir hören viel Rock, das fließt auch ein.

Videos spielen eine zentrale Rolle bei euren Konzerten. Wie läuft der Prozess ab – ist erst das Lied fertig und dann wird das Video gemacht, oder entsteht beides gleichzeitig?
Anfangs haben wir nur Musik gemacht. Unser erstes Album hieß „quarrel“ (Streit/Chaos, Anm. d. Red.), und das Thema haben wir dann auch mit Videos umgesetzt. Seitdem gehören die Videos dazu. Es entsteht immer erst der Song und das Video wird anschließend produziert. Meistens hat der Song ein Thema, das dann im Video behandelt wird.

Was sind das für Themen?
Zum Beispiel die Atomenergie. In Taiwan wird gerade ein neues Atomkraftwerk gebaut und es regt sich zunehmend Protest dagegen. Seit Fukushima sehen immer mehr Menschen die Gefahren der Atomenergie – auch Taiwan liegt in einem Erdbebengebiet. Noch ist die Regierung für den Neubau, aber wir versuchen, das zu ändern. Ein weiteres Thema ist der Aufstand in der Türkei – wir hoffen, dass wir bis Freitag ein Video dazu fertig haben werden. Wenn Menschen aufstehen und für ihre Rechte kämpfen – das ist unser Thema.

„EUROCK“ – das steht für Europa, ROC (Republic of China) und Rock. Das taiwanesische Kulturministerium unterstützt eure Tour finanziell. Fühlt ihr euch als Botschafter Taiwans?
Das kann man so nicht sagen. Wir machen unsere Musik und wir vertreten unsere Ansichten. Die taiwanesische Regierung unterstützt uns zwar, aber sie lässt uns freie Hand. Es geht ihr wohl vor allem um kulturellen Austausch und darum, taiwanesische Kultur generell zu unterstützen, nicht um Werbung. Und Musik ist das beste Mittel, um Menschen zu verbinden. Das Ministerium unterstützt Jazz und Elektronische Musik genauso wie Heavy Metal. Wir nehmen die Hilfe gerne an, machen aber unser eigenes Ding.

„Empty Space On a Chessboard“ – was hat es mit eurem Namen auf sich?
Das ist schwer in Worte zu fassen. Der freie Raum auf dem Schachbrett ist umkämpft, es ist der Platz, auf dem es zur Sache geht. Gleichzeitig ist er noch nicht definiert, ist beweglich und offen.

c/o pop – Taiwan Eurock Showcase | Fr 21.6. 19.30 Uhr | Studio 672 | Empty Space On a Chessboard | Macbeth | My Skin Against Your Skin

Interview: Jon Witte

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