Zwei sehenswerte Dokumentarfilme widmen sich ab Donnerstag dem gegenwärtigen Zeit- und Musikempfinden. Florian Opitz untersucht in „Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ (Filmpalette, Odeon) die Rastlosigkeit unseres Alltags mit neuen Kommunikationsmedien, Globalisierung, technischem Fortschritt. Opitz befragt Zeitmanager, Soziologen und Unternehmensberater zur Beschleunigung. Und er besucht Aussteiger, die sich entschleunigt haben: ehemalige Investmentbanker und Unternehmer, die ein Leben in der Balance gefunden haben. Flott montiert und sympathisch kommentiert liefert die Doku viele Denkanstöße. Arne Birkenstock und Jan Tengeler begleiten in „Sound of Heimat“ (Residenz, Weisshaus) den Neuseeländer Hayden Chisholm auf einer musikalischen Wanderschaft durch Deutschland. Was Chisholm findet, entspricht so gar nicht dem Klischee des mediengeprägten Volksliedguts. Fern von Fernsehen und Kommerz entdeckt er Sänger und Musiker, die leidenschaftlich dem deutschen Liedkunst frönen: im „Weißen Holunder“ in Köln, beim Jodeln im Allgäu, auf den Spuren Deutscher Romantik in Ostdeutschland oder im Norden an der Küste. Mitreißend, kurzweilig, erhellend.
Zurück zur Natur geht es in Andreas Nickels „Messner“ (Cinedom), in der der Bergsteiger und Eiswüsten-Durchwanderer selbst zu Wort kommt und biografisch von Kindheit und Karriere und seinen philosophischen Erkenntnissen erzählt. Der Film bietet dazu fantastische Aufnahmen aus den Alpen und dem Himalaya.
Ein deutscher Schauspieler (herausragend: Alexander Fehling) strandet in Jan Zabeils beeindruckendem Spielfilmdebüt „Der Fluss war einst ein Mensch“ (Filmpalette) an einem Fluss in Afrika. Ein alter Fischer nimmt ihn mit ins Boot – und stirbt. Auf sich allein gestellt begegnet der Deutsche der Wildnis. Ein Marsch durch die Fremde auf der Suche nach sich selbst.
Fans von Meryl Streep dürfen sich auf David Frankels Ehekomödie „Wie beim ersten Mal“ (Cinenova, Cinedom, Rex am Ring, Weisshaus, OmU im Metropolis) freuen. Nach über dreißig Jahren Ehe träumt Kay (Streep) von neuer Leidenschaft. Gatte Arnold (Tommy Lee Jones) jedoch ist störrisch. Eine großartig besetzte Tragikomödie über das Aufflammen der Liebe im Alter, über Abnutzungserscheinungen und Neuanfänge.
Außerdem neu in den Kinos: „Der Chaos-Dad“ (Cinedom, UCI) mit Adam Sandler, „Schutzengel“ mit Til Schweiger (Cinedom, Rex am Ring, Residenz, UCI, Woki Bonn) und „Evidence“ (UCI) mit Ryan McCoy.
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