Ein außergewöhnlicher Film erfordert außergewöhnliche Technik. Viele professionelle Fotografen schwören auf Mittelformatkameras, deren Negativfläche größer ist als die der herkömmlichen Kleinbildkameras, daher mehr Informationen speichern und im Allgemeinen detailreichere und brillantere Resultate hervorbringen. Fotografen verstehen sich immerhin nicht selten als Künstler. Und auch Ron Fricke sieht sein neuestes Werk „Samsara“ ja als Kunstwerk, das in erster Linie visuell Maßstäbe setzen will. Das schafft Fricke auch über technische Parameter. Statt, wie heute üblich, auf 35-mm-Filmen zu drehen, entschied er sich für einen 70-mm-Film, also ein Breitfilmformat, mit dem inzwischen nur noch selten gearbeitet wird. Vor allem zwischen den 50er und 70er Jahren kam das Format zum Einsatz, u. a. bei „Ben Hur“ (1959), „West Side Story“ (1960), oder „2001: A Space Odyssey“ (1968). Neben dem Vorgänger „Baraka“ zählt „Samsara“ also gerade einmal zu einer Handvoll Langfilmen, die innerhalb der letzten 40 Jahre in diesem Format gedreht wurden. Das umfangreiche Ausgangsmaterial zu digitalisieren, das mit 70 mm immerhin doppelt so viel Fläche bietet wie die üblichen 35-mm-Aufnahmen, war ein langwieriger Prozess – am Ende sahen sich die Macher 20 Terabyte Filmmaterial gegenüber. Doch der Aufwand dürfte sich gelohnt haben. Das Breitfilmformat bietet nach wie vor herausragende Projektionsqualität, die sicherlich dazu beiträgt, dass „Samsara“ seine intendierte Wirkung nicht verfehlt: Ein optisches Erlebnis, das in seiner lebhaften Ästhetik berauscht.
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