Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28

12.484 Beiträge zu
3.737 Filmen im Forum

Foto: Anna Ziegler, © Carlsen Verlag GmbH 2021
Dr. Ina Schmidt

Miteinander sein, voneinander lernen

07. Oktober 2021

Ina Schmidt: „Das kleine Ich auf der Suche nach sich selbst“ – Vorlesung 10/21

Das kleine Ich will raus. Am besten sofort – neugierig die Welt erkunden, mit anderen Ichs in Kontakt treten, und dabei beschreitet es buchstäblich neue Pfade. Ina Schmidt schreibt vom Erwachsenwerden, von der Selbstfindung durch Begegnung. In ihrem aktuellen Kinderbuch „Das kleine Ich auf der Suche nach sich selbst“ erzählt sie die Geschichte davon, wie das kleine Ich in den Wald zieht, um andere zu treffen, mit denen es reden und philosophieren kann.

Auf seinem Weg begegnen ihm „große“ Ichs, die alle einen Gefühlszustand oder eine bestimmte Eigenschaft personifizieren: wütend, ängstlich, glücklich, mutig und frech. Durch die Verhandlungen der Konflikte zwischen diesen Figuren zeigt Ina Schmidt, dass jeder Einzelne ein wichtiger und unverzichtbarer Teil des Ganzen ist und auch, dass jeder ein bisschen vom anderen in sich selbst trägt. So kann das glückliche Ich auch mal verärgert sein, und das ängstliche mutig. Das freche Ich kann in Verlegenheit geraten und das wütende Ich kann sich freuen. Die Eigenschaften anderer können auch auf uns abfärben, wie Illustratorin Lena Ellermann zeichnerisch zu verdeutlichen weiß; mit ihren bunten Aquarellzeichnungen lässt sie die Figuren im Buch farbenfroh lebendig erscheinen.

Das kleine Ich zeigt, dass unsere Identität nicht in Stein gemeißelt ist, wir nicht gebunden an irgendwelche Attribute sind, die uns zugeschrieben wurden und mit denen wir uns vielleicht sogar identifizieren. Wir sind wir. Und darüber hinaus können wir alles und jeder sein, was beziehungsweise wer wir sein wollen.

In insgesamt 13 Kapitel ist die Erzählung unterteilt, wobei jedes davon einen Grundgedanken aufgreift. Am Ende eines jeden werden zudem Denkanstöße gegeben, Fragen gestellt und spannende Theorien kindgerecht erklärt. So fordert uns das Buch dazu auf, miteinander ins Gespräch zu kommen. Und dabei spielt das Alter gar keine große Rolle: Wir können alle von- und im Umgang miteinander lernen. Denn eins ist auch dem kleinen Ich am Ende der Geschichte klar: Wir brauchen einander, ja, wir sind sogar auf die Begegnung miteinander angewiesen, um zu uns selbst zu finden.

Das kleine Ich auf der Suche nach sich selbst | Carlsen Verlag | ab 5 Jahren | 64 S. | 12€

Daphne Koch

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Als unabhängiges und kostenloses Medium sind wir auf die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser angewiesen. Wenn Sie uns und unsere Arbeit finanziell mit einem freiwilligen Betrag unterstützen möchten, dann erfahren Sie über den nebenstehenden Button mehr.

Neue Kinofilme

Der Gesang der Flusskrebse

Lesen Sie dazu auch:

Informationstechnik für Anfänger
„Ada & Zangemann – Ein Märchen über Software, Skateboards und Himbeereis“ von Matthias Kirschner – Vorlesung 08/22

Nerds retten die Welt
„RCE: #RemoteCodeExecution.“ von Sibylle Berg – Klartext 08/22

Gesellschaftscomic
In wilden Bildwelten quer durch die Bevölkerung – Comickultur 08/22

Sanftmut und Leidenschaft
Die Entdeckung des Romanciers André Dhôtel – Textwelten 08/22

Stories aus drei Generationen
Musa Deli liest im Kulturbunker

Ein Tag voller Literatur
„3. Kölner Bücherfest“

Tierische Kuriositäten
Juri Johanssons „Von Schildflöten, Herdmännchen und Großmaulnashörnern“ – Vorlesung 08/22

Literatur.

Hier erscheint die Aufforderung!