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Kozma Orkestar
Foto: Christian Protte

Weltmusik unter freiem Himmel

31. Juli 2019

Düsseldorf lockt mit Hofgartenkonzerten – Improvisierte Musik in NRW 08/19

Breitenwirksame Sommerhits wie „Sexualverkehr“ von Christian Steiffen bringen die Sommerlaune natürlich für viele Chiller und Sonnenanbeter auf den Punkt, oft erst mit drei Eimern Bier. Aber die Jazzmusik, die im August so gerne schlafen geht, treibt an manchem schönen Ort sehr erfolgreich Blüten und erfreut dann die etwas anspruchsvollere Fraktion, die im Freizeitbegehren nicht nur auf die Urtriebe der Menschheit setzt. In Düsseldorf zwischen Schauspielhaus und Schloss Jägerhof gastiert alljährlich die Reihe „Jazz und Weltmusik im Hofgarten“, ein Mix aus beiden angesprochenen Welten, von experimenteller Performance bis tanzbarer Folklore. Und zwei entscheidende Worte steigern die Beliebtheit der Events enorm: umsonst und draußen.

Das Frankfurt Jazz Trio importiert aus der Main-Metropole den Saxophonisten Tony Lakatos, der dort seit Jahrzehnten zum Wohl der HR-Big Band das Tenor bläst. Geblasen wird auch im Kozma Orkestar, kein Künstlername wie bei obigem Christian, sondern benannt nach der Chefin, Akkordeonistin und Sängerin Ramona Kozma. Mit Klarinette, Trompete, Saxophon und Tuben widmet sich Truppe der in Polen wurzelnden Frontfrau dem Klezmer und den Balkan-Sounds. Sie singt in vielen Sprachen, und hier darf getanzt werden.

Orientalisch orientiert und europäisch hinterfragt, das sind die Weltmusik-Melodien des Santur-Spielers Kioomars Musayyebi und des Gitarristen Christian Hammer (auch kein Künstlername). Mit Bass und der hölzernen Bechertrommel Tombak bewirken das persische Hackbrett und die E-Gitarre elektrisierende Exotik – die wird hier zum Programm.

Das Hackbrett des Jazz heißt Vibraphon, und darauf klöppelt seit Jahrzehnten Gary Burtons Meisterschüler Mathias Haus. Er streift durch sein kompositorisches Leben, das verspricht einen bunten Nachmittag.

In Litauen gilt der Bassist und Komponist Leonid Shinkarenko als große Nummer des Jazz. In seinen verschiedenen Formationen, diesmal in einem neuen Quartett, hat häufig der Bass das Wort – das geschieht nur, wenn der Bassist der Chef ist. In der „Marion & Sobo Band“ sorgt der Bass für den Drive. Und die franko-amerikanische Sängerin Marion Lenfant-Preus gibt dem Vortrag genügend Schwung und – wie die Band selbst wirbt – ihre Musik ist „generationenübergreifend“: Ein Termin für die ganze Familie.

Jazz und Weltmusik | 3., 10., 17.8. je 15 Uhr | Hofgarten Düsseldorf | 0211 311 05 64

Olaf Weiden

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