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Moritz Weber, Niklas Müller, Laura Ries, Kevin Staudt und Jakob Zenzen
Foto: Stefan Mager

„Eine bunte Mischung aus Originals und Covern“

26. Juni 2019

Nachwuchsband Gin Red beim Christopher Street Day – Interview 07/19

choices: Wie war das für euch, am regionalen Toys2Masters Bandcontest teilzunehmen? Hat euch das auch musikalisch vorangebracht?
Niklas Müller (Saxophon): Es hat sich auf jedenfalls gelohnt teilzunehmen. Neben den ganzen Coachings und Workshops haben wir ziemlich viele andere Bands und Musiker kennenlernen dürfen, mit denen wir auch außerhalb von Toys2Masters gemeinsame Konzerte gespielt haben und immer noch in Kontakt stehen. Toys2Masters ermöglicht einem ein großes Netzwerk. Allein die Tatsache, dass wir durch den Wettbewerb erst unsere Sängerin Laura kennengelernt haben, spricht für sich. Weiterhin gab es zahlreiche Coachings und Workshops, die man als Teilnehmer besuchen konnte. Von Songwriting über Bühnenpräsenz und Performance, bis hin zu Außendarstellung und Booking war alles dabei, um im Gesamtpaket als Band weiter voranzukommen.

Ihr spielt Neo-Soul, an das Genre trauen sich nicht viele deutsche Bands und Sänger. Was gehört dazu und warum kommt das live so gut an?
Moritz Weber (Trompete): Wir wissen selber nicht so richtig, wie man unsere Musik einordnen kann. In unserer Musik finden sich sehr viele verschiedene Einflüsse. Für uns ist allerdings die Hauptsache, dass es allen, die zuhören, Freude bereitet.

Was habt ihr für euren Auftritt auf dem Kölner Heumarkt zum Christopher Street Day in petto?
Jakob Zenzen (Schlagzeug): Wir haben eine bunte Mischung aus Originals und Covern im Gepäck. Um den Auftritt perfekt zu machen, haben wir einen meiner Studien-Kollegen Colin Kim aus dem Conservatorium Maastricht dazu geholt, der uns an der Gitarre bei den Cover-Songs unterstützen wird.
Kevin Staudt (Bass): Mit Colins Hilfe kann Laura sich auch erstmals für komplette Songs von ihrem Piano lösen und die Bühnenperformance etwas aufmischen. Dass Jakob am Conservatorium studiert, ist insbesondere im Hinblick auf Features und etwaige Substanz von großem Vorteil.


Laura, du singst sicher schon von klein auf? Wie hat sich dein Gesang entwickelt und wie kamst du zum Soul?
Laura Ries (Gesang/Keys): Singen an sich tue ich schon ewig. Allerdings denke ich, dass jeder mal als Kind seine Lieblingslieder vor sich hin geträllert hat. Wirklich bewusst zu singen, habe ich mit 10 Jahren begonnen, das heißt, ich habe mir Sänger und Sängerinnen angehört und darauf geachtet, wie sie ihre Stimme nutzen und mir einige Künstler als Vorbild genommen. Ich persönlich habe das Gefühl, dass ich meine Stimme im Soul-Genre am besten entfalten kann und es fühlt sich für mich auch am natürlichsten an.

Wie organisiert ihr euch, was die gemeinsame Arbeit angeht?
Niklas: Wir proben zurzeit einmal im Monat bei mir zu Hause. Ich habe das Glück, dass wir ein Gartenhaus haben, welches wir letztes Jahr in einen richtigen Proberaum umfunktioniert haben, so dass wir ungestört proben können. Bei den Proben sprechen wir uns ab, was geprobt wird. Alles Zusätzliche versuchen wir immer an Orga-Tagen zu klären, so dass alle auf einem Stand sind.

Wie entstehen eure eigenen Songs?
Kevin: Wir treffen uns zu regelmäßigen Songwriting-Proben. Innerhalb dieser Zeit gehen wir dann einzelne Ideen an, die zuvor in einem Gruppenchat geteilt wurden. Wenn etwas während der Probe dann direkt „klick“ macht und sich vielleicht schon ein Groove oder Bläsersätze finden lassen, dann wird ausprobiert, bis ein Grundgerüst steht. Meistens dauert es dann bis zur nächsten Probe, bis Laura einen groben Text dazu geschrieben hat, und von dort aus wird dann über mehrere Wochen am Song geschliffen. Die Detailarbeit passiert dabei glaube ich unter anderem während der Auftritte, weil wir erst dort sehen, wie einige Aspekte beim Publikum ankommen.

Würdet ihr sagen, ihr habt eigene Themen und Schwerpunkte, gibt es Dinge, die ihr bewusst herüberzubringen versucht?
Laura: Unsere Songs kann man denke ich gut unter den Begriffen Emotionen, Eindrücke und Gedanken zusammenfassen. Diese können in viele verschiedene Richtungen gehen. Anstatt dass wir konkrete Geschichten erzählen, versuchen wir diese Emotionen etc. in Worte und Musik zu fassen, sodass jeder sich etwas dazu denken und sich im besten Falle natürlich mit den Songs identifizieren kann.

Gin Red bei Toys2Masters, 2018, Foto: Rainer Keuenhof

Welche Cover habt ihr im Repertoire und wie geht ihr da heran?
Kevin: In erster Linie sind wir natürlich keine Coverband. Zwar haben wir schon das ein oder andere Cover für ein Konzert vorbereitet, allerdings war unser originales Repertoire zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich ausgereift und tatsächlich musste ab und zu schlicht die Zeit aufgepolstert werden. Da wir jetzt eine solidiere Auswahl an selbstgeschriebenen Titeln vorbereitet haben, wählten wir vor wenigen Wochen ganz bewusst „I Wish“ von Stevie Wonder, Jamie Cullums „I´m All Over It“ und „Valerie“ von Amy Winehouse für den kommenden Auftritt auf dem Christopher Street Day. Die Songs schaut sich jeder zu Hause an, bereitet alles für die Probe vor und dann wird im Idealfall nur noch besprochen, wie wir welche Stellen genau an unsere Besetzung anpassen. 

Wie weit seid ihr mit Studioaufnahmen?
Jakob: Anfang des Jahres haben wir unsere erste Single „Who I Am“ aufgenommen und kurze Zeit später auf YouTube veröffentlicht. Weitere Aufnahmen sind für dieses und nächstes Jahr geplant. Ob wir erst eine EP oder ein ganzes Album aufnehmen, wissen wir nicht genau. Material genug wäre jedenfalls vorhanden.

Gin Red live: 5.7. Cologne Pride (Heumarkt, 21 Uhr) | 31.8. Rooftop Festival Bonn | 29.9. Tsunami Club Köln

Interview: Jan Schliecker

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