In vier Kapiteln, die nach bekannten Büchern betitelt sind („The Great Gatsby“, „Lolita“, „Daisy Miller“, „Pride and Prejudice“), verfilmt Eran Riklis die wahre Geschichte der Literaturprofessorin Azar Nafisi (Golshifteh Farahani). Diese kehrt 1980 voller Hoffnung mit ihrem Mann Bijan (Arash Marandi) aus den USA in den Iran zurück, um dort Literatur an der Uni in Teheran zu lehren. In den folgenden Jahren erlebt sie, wie Menschenrechte immer stärker beschnitten werden und das tägliche Leben der Menschen immer mehr Einschränkungen erfährt. Als von der Uni verbannte Azar beschließt, heimlich einen Buchclub mit ehemaligen Studentinnen zu gründen, sind sich alle Teilnehmerinnen bewusst, dass sie nicht nur sich, sondern auch ihre Familien in Gefahr bringen. Der israelische Filmemacher Eran Riklis behandelt in seinen Filmen häufig die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern. Dabei hat er ein Faible für Geschichten von mutigen und trotzigen Frauen aus dem Nahen Osten. „Lolita lesen in Teheran“ (Cinenova, Odeon, OFF Broadway, Weisshaus) zelebriert die Macht der Literatur in Zeiten der Unterdrückung und reiht sich perfekt in das beeindruckende Œuvre von Riklis ein.
Die US-Kleinstadt Eddington während der Corona-Epidemie. Sheriff Joe (Joaquin Phoenix) tritt spontan gegen den Bürgermeister (Pedro Pascal) an. Die launische Bewerbung ums Amt löst eine Fehde aus, die, gefördert von Verschwörungs-Gaga und politisch aufgescheuchten Kids, zunehmend eskaliert. Ari Aster pflügt sich so ironisch wie brachial durch den Verschwörungs-, Manipulations- und Influencer-Wahnsinn. Ein dank grandioser Besetzung (auch dabei: Emma Stone und Austin Butler), einer packenden Inszenierung und einer absurden, twistreichen Story äußerst reizvoller und unterhaltsamer Streifen. Nach seinen Horrorperlen und dem herausfordernden Psychotrip „Beau Is Afraid“ kredenzt Autorenfilmer Aster mit „Eddington“ (Cinedom, Lichtspiele Kalk, Odeon, OFF Broadway, UCI) souverän derbes, gesellschaftssatirisches Actionkino.
Außerdem neu in den Kinos: das humanistische Drama „Im Schatten des Orangenbaums“ (Cinenova, Bonner Kinemathek) von Cherien Dabis, die romantische Komödie „Du & ich und alle reden mit“ (Cinedom, Cineplex, UCI) von Paolo Genovese, die Kunst-Doku „Das Geheimnis von Velazquez“ (Cinenova, Odeon) von Stéphane Sorlat, das Liebesdrama „Sauna“ von Mathias Broe, der Hüttenhorror „Keeper“ (Cinedom, Rex, UCI) von Osgood Perkins, der Actioner „Sisu: Road to Revenge“ (Cinedom, UCI) von Jalmari Helander und, bereits ab Mittwoch, die Oz-Zauberschau „Wicked: Teil 2“ (Cinedom, Cineplex, Metropolis, Residenz, UCI) von Jon M. Chu.
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