In London zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Leben von Katherine (Haley Bennett) bereits vorgezeichnet: Sie wird heiraten, bevorzugt William (Jack Whitehall), den ihre Eltern sich wünschen. Doch Katherine hegt heimlich eine große Liebe zur Astronomie und setzt alles daran, in Cambridge zu studieren – in der damaligen Zeit unvorstellbar. Basierend auf Virgina Woolfs Roman „Night and Day“ erzählt Tina Gharavi eine temporeiche Geschichte mit liebenswerter Hauptfigur, poppigem Soundtrack und modernen Akzenten. Inhaltlich nimmt sie sich viele Freiheiten: Im Roman geht Katherine nie an die Uni, ihr Liebesleben steht im Vordergrund. Leider bleiben die Nebenfiguren ähnlich wie in Virgina Woolfs Vorlage etwas flach, Konflikte werden aufgelöst, bevor sie sich richtig entfalten. Dennoch ist „Virginia Woolf’s Night & Day“ (Cinenova) unterhaltsam und inspirierend.
Lilia ist von Paris nach Tunesien zu ihrer Familie gereist, um ihren Onkel zu beerdigen. Ihre Freundin Alice ist zwar dabei, wird aber in einem Hotel versteckt. Als Lilia erkennt, dass auch ihr verstorbener Onkel als schwuler Mann ein Leben voller Geheimnisse und Lügen lebte, überdenkt sie ihre eigene Situation. „Mit leiser Stimme“ (Filmpalette, Bonner Kinemathek), der im diesjährigen Wettbewerb der Berlinale lief, ist ein zutiefst berührender und durchweg fesselnder Film, der den Mut hat, für Veränderungen in einem Land wie dem zutiefst muslimischen Tunesien zu werben, in dem Homosexualität noch mit Gefängnisstrafen belegt wird. Leyla Bouzid entwickelt die Geschichte langsam und lässt ihr Publikum dabei die Position ihrer Protagonistin einnehmen.
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