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Alles zu seiner Zeit
Foto (Auschnitt): Kegfire / Adobe Stock

Einfach besser essen

30. August 2022

Regional, saisonal, bio – drei Wege zur gesunden Nahrung – Teil 3: Leitartikel

Keine Generation vor uns hat jemals eine so große Auswahl an Lebensmitteln gehabt. Hunderte von Joghurt-Sorten, tausende Fertiggerichte und Exotisches das ganze Jahr. Doch während die Auswahl immer größer wird nimmt die Qualität ab, ob durch Antibiotika im Hähnchenfilet oder Schwermetalle im Fisch. Alle paar Jahre kommt ein neuer Lebensmittelskandal auf den Tisch. Und glauben Sie ja nicht, als Vegetarier oder Veganer auf der völlig gesunden Seite zu stehen. Vor einigen Jahren – Sie erinnern sich? –, da geriet die ganze Republik in Panik wegen Gurken und Sprossen. Die standen nämlich in dem Verdacht, mit Ehec-Darmkeimen verseucht zu sein. Fast 4.000 Menschen erkrankten am Verzehr von gesunden gemischten Salattellern.

Ist Bio die Lösung?

Die Liste geht weiter: Denken wir kurz zurück an die Lasagne, in der etwas anderes drin war, als auf der Verpackung stand. Selbst bei unserem täglichen Brot können wir nicht sicher sein, ob wir neben Getreide und Hefe nicht auch unerwünschte Extras zu uns nehmen. Die Lösung: Bio? Jein, denn wo Bio draufsteht, ist nicht unbedingt nur Bio drin. Und dabei muss nicht mal Böswilligkeit der Lebensmittelindustrie unterstellt werden. Denn Wasser, Luft und Boden können nicht säuberlich getrennt werden. Wo das Grundwasser vergiftet ist, ist auch das Biogemüse davon betroffen. Unter den negativen Folgen von Pestiziden, Düngemitteln und Monokulturen leiden auch Landwirte, die darauf verzichten. Denn wie so oft, hängt alles mit allem zusammen. So werden z.B. Bienen und andere Insekten, die Pflanzen auf natürliche Weise bestäuben, durch Pestizide dezimiert. Monokulturen führen zu ausgelaugten Böden und zum Verschwinden von robusten Pflanzensorten, was wiederum den Klimawandel begünstigt. Und unter extremer Trockenheit oder zu viel Nässe leidet auch die Biokartoffel.

Trotzdem: Bio ist besser. Doch auf welchen Wegen kommt Bio zu Kunden? Auch viele Bio-Produkte legen weite Strecken zurück, ehe sie bei uns im Supermarkt landen. Das macht manches Bio-Produkt dann doch fraglich, wenn man CO2-Fußabdruck und Klimawandel bedenkt. Warum denn aus der Ferne holen, wenn das Gute so nah liegt? Nahezu alles, was wir wirklich an Nahrung brauchen, gibt es in der Nähe. Dazu zählen nicht nur Möhren und Kartoffeln von den Bauern am Niederrhein, sondern auch die oft verschmähte Holland-Tomate. Bis in nordrhein-westfälische Regionen muss weder heimisches Obst noch Gemüse aus Holland weite Strecken zurücklegen, weshalb diese Produkte viel weniger Rückstände aufweisen als Bio-Äpfel aus Südafrika oder Bio-Erdbeeren aus Ägypten; auch, weil Produkte, die vom anderen Ende der Welt stammen, zusätzlichen Schutz brauchen, um noch ansehnlich im Regal zu landen. Das geht fast nur mit Chemie. Auch Bioware schafft es nicht, tausende von Kilometern ohne entsprechende Behandlung zurückzulegen.

Wegstrecken und Jahreszeiten

Die Devise „Alles zu seiner Zeit“ hilft, die Natur zu schonen. Spargel im Frühjahr, Himbeeren im Sommer, Weintrauben im Herbst, Grünkohl im Winter. Saisonale Produkte enthalten meistens weniger Pestizidrückstände. Ist doch logisch, dass die Erdbeere im Januar zusätzliche Hilfe benötigt, damit sie so prall aussieht. Die Natur bietet zu jeder Jahreszeit etwas anderes – vom Apfel bis zur Zwiebel. Wenn wir uns nach ihr richten und unser Essen möglichst frisch zubereiten, haben wir die Welt zwar noch nicht gerettet, leisten aber einen kleinen Beitrag dazu, etwas fürs Klima, für die Umwelt und auch für unsere gesunde Ernährung zu tun.


NIMMER SATT - Aktiv im Thema

foodwatch.org | Die internationale NGO streitet für Konsumentenrechte und gegen die undurchsichtigen Praktiken der Nahrungsindustrie.
vfed.de | Der Verband für Ernährung und Diätetik agiert als „Fachverband für alle im Bereich der Ernährung und Diätetik Arbeitenden und Interessierten“.
marktgilde.de | Die Deutsche Marktgilde eG informiert Händler, Kommunen und Verbraucher über ihr Angebot lokaler Wochenmärkte.

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Tina Adomako

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