Izumi verbringt ihre ereignislose Ehe mit einem Schriftsteller als aufopferungsvolle Hausfrau. Durch Zufall landet sie eines Tages in einem Porno-Dreh. Dank einer Literaturdozentin, die sich nachts der Prostitution hingibt, lässt sich Izumi immer weiter auf sexuelle Abenteuer ein, wird selbstbewusster und selbstbestimmter. Doch die Verwicklungen hinter all den Ereignissen übersteigen ihre Vorstellungskraft bei Weitem. Die drei parallelen Handlungsstränge in „Guilty of Romance“ (OmU in der Filmpalette), die von Restriktion und Befreiung erzählen, treffen sich immer wieder, driften wieder auseinander und kollabieren schließlich in einem großen finalen Knall. Regisseur Sion Sono („Love Exposure“) inszeniert ein bewegendes Drama über heimliche Doppelleben im Patriarchat. Und er scheucht seine Geschichte durch eine entfesselte Ästhetik, die Romantik, Grauen, Absurdität und Komik in einem wilden Reigen verbindet.
„39,90“-Autor Frédéric Beigbeder untersucht in „Das verflixte 3. Jahr“ (Cinenova, Odeon, OFF Broadway) gewohnt einfallsreich die Haltbarkeit der Liebe. Literaturkritiker Marc Marronnier (Gaspard Proust), frisch geschieden, postuliert, dass die Ehe im dritten Jahrtausend nicht über drei Jahre hinaus kommt. Seiner Argumentation vermag nur eine Instanz zu widersprechen: Die Liebe. Und die erscheint schon bald in Gestalt der attraktiven Alice (Louise Bourgoin).
Von Spielern, Lieben und Intrigen erzählt Stephen Frears in seiner starbesetzten und temporeichen Gaunerkomödie „Lady Vegas“ (Cinenova, Cinedom, UCI, OmU im Metropolis). Naivchen Beth (Rebecca Hall) gerät über Umwegen an den Sportwetten-Profi Dink (Bruce Willis) und schon bald ins Visier seiner eifersüchtigen Gattin (Catherine Zeta-Jones).
Von der Magie des einsamen, ewigen Sandes berichtet Regisseur Dietrich Schubert in seiner eindringlichen Dokumentation „Allein die Wüste“ (Filmpalette). Mit Zelt und Proviant will Schubert es möglichst lange in der Wüste aushalten. Katarina Peters untersucht in „Man for a Day“ (Filmhaus) derweil die Rituale der Männer. Sie begleitet einen Workshop der Amerikanerin Diane Torr, in dem sich die Teilnehmerinnen Bärte ankleben und männliches Gepose studieren.
Außerdem neu in den Kinos: Chris Renauds gelungene 3D-Adaption „Der Lorax“ (Autokino Porz, Cinedom, Metropolis, Rex am Ring, UCI, Woki Bonn).
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Trauern auf Teneriffa
Die Filmstarts der Woche
Kühlen Kopf bewahren
Holgers letzte Worte – 08/26
Vielfalt und Ambitionen
Die Opernsaison 2026/27 an Rhein und Ruhr - Oper in NRW 07/26
„Wir sind Weltspitze im Kategorien entwickeln“
Kurator Marcel Schumacher über „Klassenverhältnisse – die zweite Staffel“ am Aachener Kunsthaus NRW – Interview 07/26
Konstruktionen der Natur
Bernhard Fuchs in Haus Esters in Krefeld – Kunst in NRW 07/26
Aus der Zeit gefallen
Ron Sexsmith in der Kölner Kulturkirche – Musik 07/26
Wenn es kein Morgen gibt
Derya Yıldırım & Grup Şimşek im Düsseldorfer zakk – Musik 07/26
„Als Filmemacher habe ich alles verloren“
Ibrahim Snoopy über die Lage und das Filmemachen im Sudan – Portrait 07/26
Die Ordnung unter dem Himmel
Victoria Bell mit einer Skulptur und Bildern im Kolumba – kunst & gut 07/26
Dem Tod abgerungen
„Eddos goldenes Lächeln“ von Stella Gaitano – Literatur 07/26
„Was ist der Ursprung von Konflikten?“
Regisseurin Sabine Hahn über „Antigone“ am Comedia Theater – Premiere 07/26
Bildung für die diverse Gesellschaft
Teil 1: Lokale Initiativen – Der Kölner Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Deutsche Angst
Geschichte und Gedächtnis – Glosse
Jazz aus Südafrika
Pianist Nduduzo Makhathini mit der WDR Big Band in Köln – Improvisierte Musik in NRW 07/26
Glühender Zorn
„Das Teufelsbuch“ von Asta Olivia Nordenhof – Textwelten 07/26
Das Unaussprechliche des Familienlebens
„Vertraute Gespenster“ von Anna Ruchat – Textwelten 08/26
„Im Augenblick sehe ich keine kritische Masse für eine breite Bewegung“
Teil 1: Interview – Politologe Alexander Gallas über Protest, Streik und Generalstreik
Von Tod und Teufel
„Walpurgisnacht“ in der Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 07/26
Verglimmende Hoffnung
„Zündhölzer“ von Yevgenia Belorusets – Literatur 08/26
Den Banken widersprechen
Island und das Gemeinwohl – Europa-Vorbild Island
Nach wie vor relevant
„Virginia Woolf’s Night & Day“ im Cinenova – Foyer 07/26
Auf sich gestellt
„Wir gehen mal los“ von Raffaella Romagnolo – Literatur 07/26
Von Hexen und Psychiatern
Sinfoniekonzert „Dämonen“ an drei Orten im Ruhrgebiet – Klassik an der Ruhr 07/26
Giftige Hirngespinste
„The blind Owl / Die blinde Eule“ am Theater der Keller – Tanz in NRW 07/26
Gegen den Wohnsinn
Holgers letzte Worte – 07/26