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Theodor Seuss Geisel
Verlag Antje Kunstmann GmbH

Geschenke hin oder her

10. Dezember 2021

Neuübersetzung von Dr. Seuss’ „Der Grinch" - Literatur 12/21

Der Grinch verabscheut Weihnachten und alles, was damit einhergeht. Die Geschenke, das Festessen und erst dieser laute Gesang! Unausstehlich, wie die Huhs in Huh-Hausen das alljährliche Fest zelebrieren. Er schmiedet einen heimtückischen Plan, um Weihnachten ein für alle Mal abzuschaffen.

Der 1957 erschienene Weihnachtsklassiker von Theodor Seuss Geisel, alias Dr. Seuss, erfreut bis heute die Weihnachtsmuffelherzen von Jung und Alt. Mit einem ausgeprägten Gespür für Reimmelodien und einer ordentlichen Portion Sprachwitz bringt der US-amerikanische Autor seine Leserschaft zum Schmunzeln. Die Bildergeschichten des Autors sind weltweit bekannt und vermitteln wichtige Werte, so behandelt „Der Lorax“ (1971) das Thema Umweltzerstörung und Naturschutz: „Ich bin der Lorax: Ich sprech für die Bäume, denn die können’s ja nicht!“. Auch in „Horton hört ein Hu“ setzt der Elefant als Protagonist der Geschichte seine Stimme für die kleinsten unter den Urwaldbewohnern ein.  

Ebenso lehrreich ist die Grinch-Erzählung, in der die wahre Bedeutung von Weihnachten im Vordergrund steht: Die Geschenke sind Nebensache, viel wichtiger ist, dass alle beisammen sind und das Miteinander feiern. Im heutigen Kontext kann die Geschichte auch als Kritik am vorweihnachtlichen Konsumverhalten gelesen werden. Der grummelige Grinch sieht ein, dass den Huhs materielle Dinge gar nicht viel bedeuten, wie der berühmte Reim am Ende der Geschichte zeigt: „Vielleicht zählt Kaufen gar nicht so sehr. Vielleicht geht’s bei Weihnachten doch um viel mehr!“ (Original: „Maybe Christmas doesn’t come from a store. Maybe Christmas, perhaps, means a little bit more”).

Für die im Kunstmann Verlag erschienene Neuauflage hat die deutsche Kinderbuchautorin und -illustratorin Nadia Budde den Klassiker von Dr. Seuss unter dem Titel „Der Grinch oder die geklauten Geschenke“ in neue Reime übersetzt und hebt sie so von der ursprünglichen Ausgabe ab, die lange vergriffen war. Bebildert ist die Geschichte aber immer noch mit den originalen Illustrationen von Dr. Seuss, die in Schwarz-Weiß mit farbigen Rot-Akzenten gehalten sind und in ihrem originellen Wesen den besonderen Zeichenstil des Künstlers einfangen.

Die grüne Kreatur des amerikanischen Autors und Cartoonisten hat im Laufe der Jahre Rekordzahlen gebrochen: Neben Buchverkaufszahlen in Millionenhöhe und Übersetzungen in über 45 Sprachen spielte die animierte Neuverfilmung des Bilderbuchklassikers von 2018 über 512 Millionen Euro ein, was die Geschichte zum erfolgreichsten Weihnachtsfilm aller Zeiten macht.

Dr. Seuss: Der Grinch oder die geklauten Geschenke | Aus dem Englischen von Nadia Budde | Kunstmann Verlag | 56 S. | 16 €

DAPHNE KOCH

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