Marc Wiese studierte zunächst Philosophie, dann Journalistik in Dortmund. Seit 1994 macht er vielfach ausgezeichnete Fernsehdokumentationen. „Camp 14“ ist sein zweiter Langfilm und läuft als Preview am 9. November im Filmforum im Museum Ludwg. Der Filmemacher wird an diesem Abend persönlich anwesend sein.
choices: Herr Wiese, Ihr Film erzählt von dem kaum fassbaren Schicksal des Shin Dong-hyuk in einem nordkoreanischen Lager. Wie sind Sie auf seine Geschichte gestoßen?
Marc Wiese: Ich habe in der Washington Post einen Artikel über Shin gelesen und dachte: Das muss man verfilmen. Mich hat am meisten fasziniert, dass er in diesem Lager geboren wurde und bis er 23 Jahre alt war keine Ahnung hatte, dass die Welt dahinter anders ist. In den Lagern ist es bei Todesstrafe verboten, über das Vorleben draußen zu sprechen. Der ist also wie Kaspar Hauser im Keller aufgewachsen und hatte keine Ahnung von der Welt da draußen. Im Gegensatz zu Nelson Mandela oder anderen fehlte ihm völlig die Idee von Freiheit. Das ist von unserem Vorstellungsvermögen so weit entfernt, dass mich dieses Motiv dazu gebracht hat, den Stoff zu verfilmen.
Camp 14 - Total Control Zone | Fr. 9.11., 19.30 Uhr | Filmforum im Museum Ludwig
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Kehrseite der Fröhlichkeit
Niki de Saint Phalle im Kunstpalast in Düsseldorf – Kunst in NRW 10/26
An die Grenzen
Die Filmstarts der Woche
Große Stimmen am Rhein
Reihe „Weltstars in Bonn“ an der Oper Bonn – Prolog 10/26
Anwältin der Filmfiguren
„Revanche“ im Filmhaus – Foyer 10/26
Naturgewalten
„Das Unwetter“ von David Wautier – Vorlesung 10/26
Neue Gräber braucht das Land
Analog Theater und studiobühneköln zeigen „Keyenberg 3“ in der TanzFaktur – Auftritt 10/26
Schönheit im Alltag
Ausstellung „Locals“ in der Hamburger Manufaktur „Freddy Schilling“ in Köln-Ehrenfeld – Kunst 10/26
All die Menschen, Masken und Skelette
James Ensors Druckgraphik in der Villa Zanders in Bergisch Gladbach – kunst & gut 10/26
Die Grande Dame der Erotik
„Das Reine und das Unreine“ von Colette – Textwelten 10/26
Grenzenlose Klangkultur
Das Festival Multiphonics in Köln – Improvisierte Musik in NRW 10/26
Wie viel Wut ist genug?
„Honey“ von Imani Thompson – Literatur 10/26
Helfen statt Ausgrenzen
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Interkulturelle Zentrum in Köln-Nippes
Die Fantasie der Kinder
„Moscas“ in der Filmpalette – Foyer 10/26
Tödlicher Strudel der Politik
„Tosca“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen – Oper in NRW 10/26
Schnitt für Schnitt
Edimotion 2026 in Köln – Festival 10/26
Ist die Welt erst ruiniert …
Gut erzählt ist auch Ungerechtigkeit eine spannende Geschichte – Glosse
Orgel reloaded
Orgelmixturen 2026 in der Kunst-Station Sankt Peter – Klassik am Rhein 10/26
„Für die Parteien steht viel auf dem Spiel“
Teil 1: Interview – Politologin Dorothée de Nève über Identität und Konsens in der Politik
Verliebt in die Mitschülerin
„Black Burns Fast“ gewinnt choices-Publikumspreis – Festival 10/26
Neues Vertrauen
Digitale Bürgerbeteiligung – Europa-Vorbild Spanien
Anfassen statt digitalisieren
Das Festival Urbäng 2026 am Orangerie Theater – Tanz in NRW 10/26
Drama im Goldrausch
„Mädchen aus dem goldenen Westen“ am Opernhaus Bonn – Oper in NRW 10/26
Geist des Ortes
Der Ort als Handlungsträger – Vorspann 10/26
Wir bauen ein Balkonkraftwerk
Holgers letzte Worte – 10/26
Von Vorwand zu Vorwand
Teil 1: Leitartikel – Politik ist nicht getrieben, sie lässt sich einspannen