Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21

12.557 Beiträge zu
3.787 Filmen im Forum

Dirk von Lowtzow liest und singt
Foto: Presse

Aufgetauchte Wut

04. April 2023

Von Dirk von Lowtzow bis c/o-pop – Unterhaltungsmusik 04/23

Die Tour der Amerikaner Swell ist leider kein Anlass zur Freude. Der Sänger, Gitarrist und Songwriter der minimalistischen Indie-Rock Band mit kontrollierten Ausbrüchen, David Freel, ist vor einem Jahr gestorben. Nun geben die übrigen Gründungsmitglieder ein Abschiedskonzert, bei dem Stücke der ersten vier Alben zu hören sein werden (10.4. 20 Uhr, Gebäude 9).

Auf ihrem Album von 2017 steht: blowing Stuff, Organ surfing, Piano mating, Guitar wanking, Synth loving. Tatsächlich spielen die norwegischen frei-Jazzer Joachim Nordwall und Mats Gustafsson als Duo ungewöhnlich dezent für ihre Verhältnisse und erkunden die Klangmöglichkeiten ihrer Instrumente. Letzterer ist eher von seinen brachialen Projekten Fire! oder The Thing bekannt (11.4. 20 Uhr, Stadtgarten).

Dirk von Lowtzow, bekannt vor allem als Sänger, Gitarrist und Komponist der Hamburger Rockband Tocotronic, hat 2019 sein literarisches Debüt „Aus dem Dachsbau“ veröffentlicht. Nun folgt mit „Ich tauche auf“ ein zweiter, ebenfalls beim Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienener Roman, der sich viel aus den Erfahrungen und Erlebnissen während der Pandemie speist. Der Tagebuchroman erzählt von Ängsten und Hoffnungen, aber auch vom Entstehen des aktuellen Tocotronic-Albums „Nie wieder Krieg“ (mit ziemlicher Punktlandung einen Monat vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine erschienen). Daher wird der Live-Termin nicht nur Lesung, sondern auch Konzert sein: mit Akustikgitarre im Gepäck spielt er eigene Songs der letzten 30 Jahre (13.4. 20 Uhr, Gloria).

Die vielköpfigen kanadischen Doom-Post-Rocker Godspeed you! black emperor klingen auf ihrem letzten Album wieder rockiger. Ob das durch die Wut über den Zustand der Welt ausgelöst ist, wird man vielleicht auf ihrem Konzert erfahren (18.4. 20 Uhr, Kantine). Und dann ist da natürlich noch das c/o-pop Festival. Vom 27.-30.4. findet das Kölner Popfestival statt und feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Alterungsprozesse sind indessen nicht zu verzeichnen. Im Gegenteil: Das Festival präsentiert so viele junge Musiker:innen wie nie. Mit dem Ziel, weniger auf große Hauptacts als auf unbekanntere, zum Teil auch regionalere Musiker:innen zu setzen, ist das Festival zur Entdeckermeile künftiger Stars geworden.

Christian Meyer-Pröpstl

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Als unabhängiges und kostenloses Medium sind wir auf die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser angewiesen. Wenn Sie uns und unsere Arbeit finanziell mit einem freiwilligen Betrag unterstützen möchten, dann erfahren Sie über den nebenstehenden Button mehr.

Neue Kinofilme

Back to Black

Lesen Sie dazu auch:

Überbordende Energie
Dead Poet Society live im Luxor – Musik 04/24

In alter Blüte
Internationales Line-up beim Kunst!Rasen Bonn 2024 – Festival 04/24

Geschichtsträchtige Konzerte
Wandelbare Ikonen und perfekte Coverbands – Unterhaltungsmusik 04/24

Anatolisch-niederländische Rockparty
Altın Gün in Köln

Kleinode mit eingängigen Melodien
Danny Dziuk mit Trio in Köln

Von Zähnen und Schwänen
Schwergewichtige Sounds und debiler Humor – Unterhaltungsmusik 03/24

Musik mit und ohne Verkleidung
Trotz Karneval ist Platz für Konzerte in Köln – Unterhaltungsmusik 02/24

Wann durchstarten, wann aufhören?
Der Konzert-Januar läuft sich nur langsam warm – Unterhaltungsmusik 01/24

Kalte Klänge für kühle Zeiten
Kölner Subkultur und deutsche Popmusik – Unterhaltungsmusik 12/23

Musik fürs Seelenheil
Zarte Klänge für die kalte Jahreszeit – Unterhaltungsmusik 11/23

Die Briten kommen!
Sehr britischer Schnodder-Sound auf Kölner Bühnen – Unterhaltungsmusik 10/23

Zärtliche Zukunftssounds
Neue Konzert-Saison mit Heimatklängen – Unterhaltungsmusik 09/23

Musik.

Hier erscheint die Aufforderung!