choices: Herr Fürst, wann steht uns der nächste Weltuntergang bevor?
Jörg Fürst: Das weißt natürlich keiner. Es gibt im Internet eine Liste mit angekündigten Weltuntergangsszenarien und wenn man der glauben will, geht die Welt mindestens dreimal im Jahr unter. 2012 steht deshalb im Fokus, weil sowohl der alte Mayakalender als auch Nostradamus den 21.12. als Untergangstermin vorausgesagt haben. Wir haben allerdings schon für April 2013 weitere Aufführungen für unser Stück terminiert. Ich bin also guter Dinge.
Sind es bestimmte Personen oder bestimmte Gruppen, die immer wieder den Weltuntergang beschwören?
In unserem Kulturkreis liegt der Ursprung für viele Prophezeiungen in der Bibel. Die Offenbarung des Johannes mit den vier apokalyptischen Reitern bildet die Keimzelle der meisten Weltuntergangsszenarien. Apokalyptische Theorien erfüllen immer auch eine Funktion, sie dienen zum Beispiel der Systemstabilisierung und Zementierung der Macht. Erst kürzlich wurde in Russland eine Sekte entdeckt, die über 20 Jahre in einem Kellerloch saß und auf den Weltuntergang wartete. Mit der Apokalypse kann man natürlich auch Geld verdienen. Der einzige Ort, der den im Mayakalender vorausgesagten Weltuntergang 2012 überleben wird, soll das kleine Dorf Bugarach in Südfrankreich sein. Es ist inzwischen zu einem Wallfahrtsort für Sekten und Gläubige geworden, die sich dort ansiedeln. Das Dorf macht damit eine Menge Geld.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

An die Grenzen
Die Filmstarts der Woche
Kehrseite der Fröhlichkeit
Niki de Saint Phalle im Kunstpalast in Düsseldorf – Kunst in NRW 10/26
Große Stimmen am Rhein
Reihe „Weltstars in Bonn“ an der Oper Bonn – Prolog 10/26
Anwältin der Filmfiguren
„Revanche“ im Filmhaus – Foyer 10/26
Naturgewalten
„Das Unwetter“ von David Wautier – Vorlesung 10/26
Neue Gräber braucht das Land
Analog Theater und studiobühneköln zeigen „Keyenberg 3“ in der TanzFaktur – Auftritt 10/26
Schönheit im Alltag
Ausstellung „Locals“ in der Hamburger Manufaktur „Freddy Schilling“ in Köln-Ehrenfeld – Kunst 10/26
All die Menschen, Masken und Skelette
James Ensors Druckgraphik in der Villa Zanders in Bergisch Gladbach – kunst & gut 10/26
Die Grande Dame der Erotik
„Das Reine und das Unreine“ von Colette – Textwelten 10/26
Grenzenlose Klangkultur
Das Festival Multiphonics in Köln – Improvisierte Musik in NRW 10/26
Wie viel Wut ist genug?
„Honey“ von Imani Thompson – Literatur 10/26
Helfen statt Ausgrenzen
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Interkulturelle Zentrum in Köln-Nippes
Die Fantasie der Kinder
„Moscas“ in der Filmpalette – Foyer 10/26
Tödlicher Strudel der Politik
„Tosca“ am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen – Oper in NRW 10/26
Schnitt für Schnitt
Edimotion 2026 in Köln – Festival 10/26
Ist die Welt erst ruiniert …
Gut erzählt ist auch Ungerechtigkeit eine spannende Geschichte – Glosse
Orgel reloaded
Orgelmixturen 2026 in der Kunst-Station Sankt Peter – Klassik am Rhein 10/26
„Für die Parteien steht viel auf dem Spiel“
Teil 1: Interview – Politologin Dorothée de Nève über Identität und Konsens in der Politik
Verliebt in die Mitschülerin
„Black Burns Fast“ gewinnt choices-Publikumspreis – Festival 10/26
Neues Vertrauen
Digitale Bürgerbeteiligung – Europa-Vorbild Spanien
Anfassen statt digitalisieren
Das Festival Urbäng 2026 am Orangerie Theater – Tanz in NRW 10/26
Drama im Goldrausch
„Mädchen aus dem goldenen Westen“ am Opernhaus Bonn – Oper in NRW 10/26
Geist des Ortes
Der Ort als Handlungsträger – Vorspann 10/26
„Theater kann die richtigen Fragen stellen“
Regisseur Björn Gabriel über „This is Water“ am Studio Trafique – Premiere 10/26
Wir bauen ein Balkonkraftwerk
Holgers letzte Worte – 10/26