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Im Halbschatten des Ruhms: Neneh Cherry
Foto: Wolfgang Tillmans

Mütter und Mothers

31. Januar 2019

Junge Mütter, männliche Mütter und Großmütter – Unterhaltungsmusik 02/19

Hinter Mothers steckt vor allem die Sängerin und Gitarristin Kristine Leschper, die Mothers als Soloprojekt gestartet hat. Im Herbst 2018 erschien das zweite, dreiseitige Doppel- Album „Render Another Ugly Method“ ihrer Band. Mit Stücken wie der siebenminütigen Single „Pink“ erinnern Mothers stark an den frickeligen, sich an leichten Disharmonien abarbeitenden Indie Rock amerikanischer Bands (14.2., 20 Uhr, MTC). Habib Koité war vor einigen Jahren bereits in der Philharmonie zu Gast. Er kommt aus Mali und seine Musik steht sowohl mit seinem weichen Gitarrenspiel als auch dem sehr melodischen Gesang für diejenige Musik seines Landes, die auch von Kollegen wie Bassekou Kouyaté, auf dessen neuem Album „Miri“ er zu hören ist, repräsentiert wird. Bei sehr, sehr vielen Menschen ist er – wenn auch unbewusst – ins Gehör gedrungen, weil sein Song „Din Din Wo“ auf dem Betriebssystem Windows Vista vorinstalliert war. Inzwischen kennt man den Namen, der auch ganze Konzertsäle füllt (16.2., 20 Uhr, Kölner Philharmonie).

Die dreifache Mutter (und inzwischen sogar Oma) Neneh Cherry, Stieftochter des Jazzmusikers Don Cherry und Halbschwester von Eagle-Eye Cherry, hat schon in den frühen 80er Jahren mit Bands wie Rip Rig & Panic oder den New Age Steppers Credibility gesammelt, weltweit bekannt wurde sie ab 1988 mit ihren Hits „Buffalo Stance“, „Manchild“ oder „7 Seconds“. Seither hat sie immer wieder erfolgreich Musik veröffentlicht, mit ihrer anspruchsvollen Mischung aus Downbeat, Jazz, Soul, Reggae bzw. Dub mit gesellschaftspolitischen, eher düsteren Texten, hat sie aber keine Begierden mehr in Richtung Charts (19.2., 20 Uhr, Carlswerk Victoria). Jetzt auf Deutsch: Es gibt diese schöne Geschichte über Mutter, deren Texte, aber auch Bandname oft gepriesen wird, dass letzterer eigentlich ein Missverständnis war: Butter sollte die Band heißen, aber alle haben immer nur Mutter verstanden. Kein Wunder, mag man entgegnen, bei dem Krach! Mutter machen seit über 30 Jahren unbeirrt Noiserock. Ruhige Passagen finden zwar immer häufiger in die Musik, und die Texte von Sänger Max Müller sind von ausgesuchter, wenn auch ungewohnter Lyrik. Den mächtigen Sound beherrschen sie aber nach all den Jahren immer noch (22.2., 21 Uhr, King Georg).

Christian Meyer-Pröpstl

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