Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
26 27 28 29 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10

12.550 Beiträge zu
3.783 Filmen im Forum

Esther Kinsky
Foto: Heike Steinweg

Poesie der Erinnerung

13. April 2022

Esther Kinsky im Literaturhaus Köln – Lesung 04/22

Besonders herausragend sei ihre hochpoetische und außergewöhnliche Aufmerksamkeit, die sie Erdbewegungen, der Geologie sowie Flora und Fauna in ihren Werken widme. So beschreibt der Autor und Kritiker Paul Ingendaay die 1956 in Engelskirchen geborene Schriftstellerin Esther Kinsky, die mit dem diesjährigen Kleist-Preis ausgezeichnet wird. Dies geht auch aus ihrem neuen Roman „Rombo’’ hervor. „Rombo“, das bedeutet im Italienischen unter anderem „Donner“, „Groll“ und steht in diesem Zusammenhang für das verheerende Erdbeben aus dem Jahr 1976 im italienischen Friaul. Kinskys Roman erinnert an diese Katastrophe und resümiert die persönlichen Geschichten und Traumata einzelner Überlebender. Sieben Menschen, die das Unglück überlebten, erzählen von ihren Erinnerungen und ihrem Leben heute.

Die Autorin, die bislang nicht nur für ihre schriftstellerischen Arbeiten, sondern auch für ihre übersetzerischen Tätigkeiten bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, setzt sich in ihren Texten häufig mit dem Sehen von Zuständen, Tatsachen und Ereignissen auseinander und generiert daraus ihre Sprache, die sie dann zu Papier bringt. Die Themen um trauernde Personen und deren Hinterbliebene, den Sehnsuchtsort Italien und die Spurensuche des Vergangenen zwischen Bildern und Orten kennzeichneten bereits ihren 2018 veröffentlichten Roman „Hain“, der mit dem Literaturpreis auf der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde. Doch der Sehnsuchtsort Italien weicht in „Hain“ ebenso wie in „Rombo“ entgegen dichterisch romantisierender Vorstellungen einem Ort der Trauer und der Blässe. Dass dabei Kinskys präzise und differenzierte Sprache mit ihren zahlreichen übersetzerischen Arbeiten zu tun hat, liegt nahe, denn die Autorin – die am 27. April im Literaturhaus aus ihrem neuen Werk liest – beschreibt sich selbst als Vermittlerin zwischen Literaturen. Beide Sprachen stehen während dieses Prozesses für sie kongruent für zwei Welten, mit denen sie sich dezidiert auseinandersetzt.

Esther Kinsky: Rombo | 27.4. 19.30 Uhr | Literaturhaus Köln | www.literaturhaus-koeln.de

Christina Heimig

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Als unabhängiges und kostenloses Medium sind wir auf die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser angewiesen. Wenn Sie uns und unsere Arbeit finanziell mit einem freiwilligen Betrag unterstützen möchten, dann erfahren Sie über den nebenstehenden Button mehr.

Neue Kinofilme

Dune 2

Lesen Sie dazu auch:

Reiseführer der Skurrilitäten
„Die Bibliothek des Wahnsinns“ am CT

Abenteuer im Schulalltag
Rufus Beck am Theater am Tanzbrunnen

Jüdisches Familienportrait
Dana von Suffrin liest am Comedia Theater

Zeugnis des Genozids
Ronya Othmann im Literaturhaus

Das alles ist uns ganz nah
„Spur und Abweg“ von Kurt Tallert – Textwelten 03/24

Wut ist gut
„Warum ich Feministin bin“ von Chimamanda Ngozi Adichie – Vorlesung 03/24

Unschuldig bis zum Beweis der Schuld
„Der war’s“ von Juli Zeh und Elisa Hoven – Vorlesung 02/24

Das Drama der Frau um die 50
„So wie du mich willst“ von Camille Laurens – Textwelten 02/24

Umgang mit Krebserkrankungen
„Wie ist das mit dem Krebs?“ von Sarah Herlofsen und Dagmar Geisler – Vorlesung 01/24

Schlummern unterm Schnee
Alex Morss’ und Sean Taylors „Winterschlaf – Vom Überwintern der Tiere“ – Vorlesung 01/24

Am Küchentisch
„Kleiner Vogel Glück“ von Martin Mandler – Textwelten 01/24

Tod und Venedig
Daniel Schreiber liest im MAKK aus „Die Zeit der Verluste“ – Lesung 12/23

Literatur.

Hier erscheint die Aufforderung!