Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

12.565 Beiträge zu
3.791 Filmen im Forum

Klangen immer schon erwachsen: Kinderzimmer Productions
Foto: Max Zerrahn

Euphorische Todesverachtung

02. Mai 2022

Erinnerung in Dekaden – Unterhaltungsmusik 05/22

Das norwegische Trio Motorpsycho macht seit über 30 Jahren und auf über 20 Alben ausschweifenden Psychedelic Rock, der an diversen Genres knabbert wie Jazz oder Metal und auch mal als Prog Rock-Oper endet. Ihr aktuelles Album „Kingdom of Oblivion“ wühlt wieder massiv im Sound der späten 60er, frühen 70er Jahre und geizt nicht mit epischen Momenten (6.5., 20 Uhr, Gloria).

Danger Dan konnte inmitten einer der Lockdowns mit seinem Liedermacher-Piano-Song „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ nicht nur bei Rap-Fans und Juristen, sondern allen aufrechten Demokraten einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Gut so, denn nicht nur musikalisch, sondern auch lyrisch war der Song des Antilopen Gang-Rappers gegen neu-rechte Agitatoren und Verschwörungsfasler voller Raffinesse (9.5., 20 Uhr, Gloria).

Seit gut zehn Jahren veröffentlichen die New Yorker Parquet Courts, deren Mitglieder nicht aus New York stammen, ein Album pro Jahr, mitunter sind es auch Seiten- oder Soloprojekte der Band. Darauf schrammeln sie sich Indie Rock-mäßig durch die Jahrzehnte: Mal klingen die 90er à la Pavement an, mal 80er-Post Punk, mal 70er Proto-Punk Rock und mal auch Garage Punk der 60er Jahre. Die Klammer von all dem ist ihre nach vorne stolpernde Euphorie, die weniger geschmeidig als mitreißend ist (24.5., 21 Uhr, Stollwerk).

Bassekou Kouyaté ist ein Meister der Langhalslaute und nicht nur in seiner geschundenen Heimat Mali ein geschätzter Musiker, sondern auch von westlichen Weltstars bewundert. Auf seinem jüngsten Album „Miri“ ist er u.a. zusammen mit Habib Koité zu hören, für das Konzert in Köln kommt er mit seiner Band Ngoni Ba, zu der u.a. seine Frau und zwei seiner Söhne gehören (27.5., 20 Uhr, Philharmonie Köln).

Als die Kinderzimmer Productions 1994 mit „Back“ von ihrem ersten Album einen kleinen Hit hatten, kam der Skandal gleich hinterher: Das enthaltene Stranglers-Sample von „Golden Brown“ war nicht freigegeben, das Album wurde zurückgezogen. Ihrem Ruf als von der Native Tongue um De La Soul und A Tribe Called Quest beeinflusste Soundtüftler und Wortakrobaten mit ungewöhnlichen Samples und Jazz-Vibe werden sie seit fast 30 Jahren gerecht. Nach ihrem letzten Album im Jahr 2011 war ihr Neuestes – „Todesverachtung togo“ – eine freudige Überraschung (31.5., Gebäude 9).

Christian Meyer-Pröpstl

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Als unabhängiges und kostenloses Medium sind wir auf die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser angewiesen. Wenn Sie uns und unsere Arbeit finanziell mit einem freiwilligen Betrag unterstützen möchten, dann erfahren Sie über den nebenstehenden Button mehr.

Neue Kinofilme

Furiosa: A Mad Max Saga

Lesen Sie dazu auch:

Gesang mit Starqualität
Aka Kelzz im Yuca auf der Kölner c/o Pop – Musik 05/24

An der Front: Sängerinnen
Post Punk neu arrangiert und interpretiert – Unterhaltungsmusik 05/24

Unverkopft über Verkopftheit
Faye Webster im Gloria

Überbordende Energie
Dead Poet Society live im Luxor – Musik 04/24

In alter Blüte
Internationales Line-up beim Kunst!Rasen Bonn 2024 – Festival 04/24

Geschichtsträchtige Konzerte
Wandelbare Ikonen und perfekte Coverbands – Unterhaltungsmusik 04/24

Von Zähnen und Schwänen
Schwergewichtige Sounds und debiler Humor – Unterhaltungsmusik 03/24

Musik mit und ohne Verkleidung
Trotz Karneval ist Platz für Konzerte in Köln – Unterhaltungsmusik 02/24

Wann durchstarten, wann aufhören?
Der Konzert-Januar läuft sich nur langsam warm – Unterhaltungsmusik 01/24

Kalte Klänge für kühle Zeiten
Kölner Subkultur und deutsche Popmusik – Unterhaltungsmusik 12/23

Musik fürs Seelenheil
Zarte Klänge für die kalte Jahreszeit – Unterhaltungsmusik 11/23

Die Briten kommen!
Sehr britischer Schnodder-Sound auf Kölner Bühnen – Unterhaltungsmusik 10/23

Musik.

Hier erscheint die Aufforderung!