Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

12.675 Beiträge zu
3.887 Filmen im Forum

Melodie der Zuversicht

16. Februar 2023

„Der Hoffnungsvogel“ von Kirsten Boie – Vorlesung 02/23

Im Glücklichen Land herrscht plötzlich Missmut und Unzufriedenheit – der bunte Hoffnungsvogel ist verschwunden! Wie die Bewohner:innen trotz allem nicht den Mut verlieren, erzählt Kirsten Boie in ihrem neuesten Kinderbuch. Im Januar bei Oetinger erschienen zeigt „Der Hoffnungsvogel“ Kindern ab 6 Jahren, wie wichtig es ist, sich nicht unterkriegen zu lassen und auch in ungewissen Zeiten einen Funken Hoffnung bei sich zu tragen.

Um das Wundertier zurückzuholen und die glückliche Stimmung im Land wiederherzustellen, begeben sich der Freundliche Prinz und die Tochter der Leuchtturmwärterin auf eine abenteuerliche Reise. Dafür überqueren sie die See in einem alten Boot, erlösen die Prinzessin im Land jenseits des Meeres von ihrer Traurigkeit und tricksen schließlich noch eine zehnköpfige Räuberbande aus. In zielgruppengerechter Sprache spricht Boie ihre Leser:innen direkt an, wodurch diese sich in das Märchen miteinbezogen fühlen können. Gleichzeitig schmücken die fröhlich-warmen Farbillustrationen von Katrin Engelking die Geschichte wunderbar und erzeugen mit Abbildungen wie der bunten Idylle im Glücklichen Land, leuchtenden Sonnenuntergängen und einer dämmrigen Höhlenszenerie eine stimmungsvolle Atmosphäre. Wie auch bei der Möwenweg-Buchreihe ergänzen sich die beiden Künstlerinnen auf besondere Weise und schaffen so ein Kinderbuch, das seine Leser:innen in eine fantasievolle Welt entführt. Dabei gehören die Figuren der Erzählung verschiedenen Ethnizitäten an und brechen mit stereotypen Rollen- und Berufsbildern, wodurch sich Boies Märchen modern und erfrischend liest. Werte wie Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt werden zudem hervorgehoben, indem die Freundschaft zwischen Jabu, dem Freundlichen Prinzen, und Alva, der Tochter der Leuchtturmwärterin, als zentrale Beziehung der Erzählung im Fokus steht.

Sogar den Bösewichten wird am Ende der Geschichte vergeben und so wird die wilde Räuberbande schlussendlich in die Gemeinschaft aufgenommen. Gleichzeitig wird den Leser:innen vermittelt, dass es weniger auf die Anwesenheit des Hoffnungsvogels ankommt als vielmehr darauf, wie man sich in schwierigen Situationen Mut, Zuversicht und Freundlichkeit bewahrt – so zeigt die Hamburger Autorin, dass der Glaube an die Hoffnung oft der erste Schritt zum Glücklichsein ist.

Kirsten Boie: Der Hoffnungsvogel | Oetinger Verlag | ab 6 Jahren | 224 S. | 16 €

 

Daphne Koch

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Neue Kinofilme

One Night Only

Lesen Sie dazu auch:

Von Generation zu Generation
Miriam Carbe im Literaturhaus Köln

Romeo und Julia als Aliens
Theaterlesung am Comedia Köln

Schmerzhafter Kinderwunsch
Eva Hegge liest im King Georg

Winzer, Hexen, Kommunisten
Bücherfest im Bürgerhaus Stollwerck

Mysteriöse Tonbänder
Norbert Scheuer liest in Bonn

Verglimmende Hoffnung
„Zündhölzer“ von Yevgenia Belorusets – Literatur 08/26

Das Unaussprechliche des Familienlebens
„Vertraute Gespenster“ von Anna Ruchat – Textwelten 08/26

Dem Tod abgerungen
„Eddos goldenes Lächeln“ von Stella Gaitano – Literatur 07/26

Auf sich gestellt
„Wir gehen mal los“ von Raffaella Romagnolo – Literatur 07/26

Die eigene Karte als Kompass
„Ich mal mir meine Welt“ von Nicola Davies – Vorlesung 06/26

Zwischen Erinnerung und Widerspruch
Lesestunde zu Christa Wolf im Buchladen Sülzburgstraße – Literatur 06/26

Kalter Krieg im Ruhrpott
„Weiße Westen, schwarze Nächte“ von Sabine Hofmann – Literatur 06/26

Lockendes Spiel
„Leichter Wahnsinn“ von Emy Koopman – Textwelten 06/26

Nomen est omen
„Die Namen“ von Florence Knapp – Literatur 05/26

Naturforscher im Alltag
„Kinderleichte Experimente für draußen“ von Christine Sinnwell-Backes u. Timo Backes – Vorlesung 05/26

Literatur.