Head in the Clouds
Kanada/Großbritannien 2004, Laufzeit: 132 Min., FSK 12
Regie: John Duigan
Darsteller: Charlize Theron, Stuart Townsend, Penélope Cruz, Thomas Kretschmann, Steven Berkoff, Gabriel Hogan, Peter Cockett, David La Haye, Karine Vanasse, Allen Altman, Sophie Desmarais, John Jorgenson, Mark-Anthony Krupa, Rachelle Lefevre
Kurz bevor Anthony Minghellas Romanverfilmung "Der englische Patient" im Jahr 1997 bei der Oscar-Verleihung sage und schreibe neun Trophäen abräumte, war man sich in Kritikerkreisen nicht sicher, ob es sich bei dem Film um ein Meisterwerk oder eine hoffnungslos sentimentale Schnulze handele. Nach dem Preisregen und dem überwältigenden Erfolg beim Publikum wurden auch vormals härteste Gegner unter den Kritikern milder gestimmt. John Duigans "Head in the Clouds" könnte etwas ganz Ähnliches passieren, da es sich bei seinem Film vordergründig ebenfalls um eine Klischee-strotzende Romanze handelt, deren Qualitäten sich aber gleichermaßen in einer aufwändigen Gesamtkonzeption und guten Darstellerleistungen bemerkbar machen.Dass die Geschichte böse enden wird, ist von Duigan schon in der ersten Szene augenfällig angelegt, in der eine Wahrsagerin der jungen Aristokratentochter Gilda prophezeit, dass sich in ihrem 34. Lebensjahr Schicksalhaftes ereignen wird. Die Spannung, in der die Handlung von diesem frühen Zeitpunkt an gehalten wird, ist allgegenwärtig. Die Liebenden Gilda und Guy werden nach ihrer ersten Begegnung in Cambridge stets auseinander gerissen, begegnen sich aber dennoch immer wieder aufs Neue, wobei die Vorzeichen für ein harmonisches Fortbestehen ihrer Beziehung ständig getrübt sind. In Paris komplettiert die gehbehinderte spanische Schönheit Mia die traute Dreisamkeit ? in der Pariser Bohme der 30er Jahre, die der Film auf eindrucksvolle Weise wieder auferstehen lässt, kann man durchaus auch mit lesbischen Liebeleien kokettieren. Vor allem die von Oscar-Preisträgerin Charlize Theron verkörperte Gilda bleibt während des gesamten Films eine zwiespältige Figur. Wenn sie sich bei der Besetzung von Paris gegen ihre Freunde und für ein Leben in Glanz und Reichtum als Kollaborateurin entschließt, macht sie sich in ihrer hedonistischen Naivität unverzeihlich schuldig.
(Frank Brenner)

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