Ende Februar wurde vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Rechtmäßigkeit der Gebührenabgabe innerhalb des FFG (Filmförderungsgesetzes) entschieden. Bereits vor Jahren haben diverse Kinobetreiber gegen eine Ungleichbehandlung geklagt und in erster Instanz Recht bekommen. Hauptkritikpunkt war, dass die Kinobranche zur Abgabe verpflichtet wird und die Abgabehöhe gesetzlich geregelt ist, während die Fernsehanstalten in freiwilligen Verträgen ihre Beteiligung an der Filmförderung aushandeln dürfen. Der Gesetzgeber hatte nach der ersten Niederlage der FFA im Jahr 2009 das FFG in der so genannten kleinen Novelle nachgebessert. Danach gibt es nun auch einen exakten Maßstab, nachdem die Abgabe der TV-Anstalten berechnet wird. Allerdings ist dieser Maßstab derart ausgefallen, dass er aktuell niedriger liegt als bei der frei verhandelten Variante vor der Novelle. Naturgemäß gibt es also weiterhin Differenzen, denn die klagenden Kinos empfinden den Richterspruch inhaltlich wie juristisch als nicht akzeptabel.
Während der Hauptverband Deutscher Filmtheater seine Mitglieder auffordert, von weiteren rechtlichen Schritten abzusehen, erwägen einzelne große Ketten den Gang vor das Bundesverfassungsgericht, das aber nur in 5 % aller eingereichten Fälle eine Klage zulässt. Dann stellt ein Gang vor den Europäischen Gerichtshof das letzte Rechtsmittel dar.
Geld steht kurzfristig zur Verfügung
Die seit 2004 unter Vorbehalt gezahlten Filmförderungsgelder werden jetzt kurzfristig durch einen Verwaltungsakt zur Förderung freigegeben. Damit steht neuer Streit ins Haus, da BKM (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien) Neumann die Förderung zur Digitalisierung vor allem den so genannten Kriterienkinos angedeihen lassen möchte. Dies sind solche, die durch ein besonders hochwertiges Programm und/oder eine bestimmte Größe und Umsatzgrenze nicht überschreiten und förderungsbedürftig sind. Ausgeschlossen bleiben sollen die sogenannten Marktkinos, das heißt alle großen oder zu Kinoketten gehörenden Filmtheater. Dies ist besonders heikel, da es die Marktkinos mit ihren hohen Filmabgaben sind, die die Mittel für die Kriterienkinos erbringen, die meist teilweise oder ganz von der Abgabe befreit sind.
Wettbewerbsverzerrung
Während hier Mittelherkunft und Mittelverwendung in einem krassen Widerspruch stehen und im Rahmen eines Wirtschaftsgesetz als ungerecht empfunden werden, sind vor allem die wettbewerblichen Konsequenzen ein aktuelles Reizthema. Denn während ein Marktkino sich um die Beschaffung der etwa 70.000 € teuren Digital Anlage selbst kümmern muss, erhält einen wirtschaftlich schwächeres Kriterienkino am gleichen Ort bis zu 50.000 € aus Fördermitteln.In den Förderrichtlinien der FFA wird die Förderung von 3-D-Anlagen nicht berücksichtigt. Gleichzeitig werden aber genau auf diese mit den 3-D-Anlagen getätigten Umsätze die Filmabgaben erhoben. Im Extremfall muss ein Kino also die Investitionen in die neue Technik selbst finanzieren und wird mit den damit erzielten Umsätzen zur Kasse gebeten, deren Erlös nur seinem Wettbewerber zur Verfügung gestellt werden.
Befürworter der Filmförderung können angesichts des wichtigen Urteils aus Leipzig zunächst aufatmen, die unterschiedlichen Interessenlagen aller am FFG beteiligten und davon profitierenden Branchenteilnehmer werden auch in Zukunft für Zündstoff und Diskussionen sorgen.

Weltweites Kinowachstum
Aktuelle Statistiken zur Kinoentwicklung – Filmwirtschaft 05/13
Sinkende Budgets allüberall
Produzentenstudie 2012 – Filmwirtschaft 04/13
Hilft die Quote?
Besuchsstudie zum vergangenen Kinojahr – Filmwirtschaft 03/13
Die Spitze und die Höhe
Die aktuelle Filmpolitik verheißt wenig Gutes für 2013 – Filmwirtschaft 02/13
Noch schärfer
„Der Hobbit“ beschleunigt die Markteinführung der Higher Frame Rate – Filmwirtschaft 01/13
To be continued
Paramount Pictures wird 100 Jahre alt – Filmwirtschaft 12/12
Es werde Licht
Der Xenonkolben feiert seinen 60. Geburtstag – Filmwirtschaft 11/12
Eine ganz heiße Kartoffel
100 Jahre Universal – Filmwirtschaft 10/12
Seid umschlungen, Millionen
Aufteilung der Filmförderung des deutschen Films – Filmwirtschaft 08/12
Demographie und Pina
GfK-Studie zum Kinobesuchsjahr 2011 - Filmwirtschaft 07/12
In allen Töpfen rührend
Der Film-Megakonzern Sony - Filmwirtschaft 06/12
ACTA, Regener und 51 Tatort-Autoren
Filmwirtschaft 05/12
50 Jahre Oberhausener Manifest
Einfluss der Kurzfilmtage auf den deutschen Film - Filmwirtschaft 04/12
Einsparungen und Gleichstellung
Justierung der Filmförderung - Filmwirtschaft 03/12
Besser und doch enttäuschend
Rückschau auf das Kinojahr 2011 – Filmwirtschaft 02/12
Die Grünen Piraten
Umgang mit Urheberrechtsschutz – Filmwirtschaft 01/12
Nachbarschaftsvergleich
Kinoentwicklung Deutschland – Frankreich – Filmwirtschaft 12/11
Walt Disney
Blick auf einen der prägendsten Filmproduzenten – Filmwirtschaft 11/11
Warnhinweise erforderlich
Filmwirtschaft 10/11
Altersempfehlungen tun Not
Eine medienpädagogsiche Alternative zur FSK wird nötig - Filmwirtschaft 09/11
Film ohne Grenzen
Der Schlag gegen kino.to weckt Sensibilität bei den Usern - Filmwirtschaft 08/11
20 Th Century Fox
Filmwirtschaft 07/11
CinemaCon – Filmpolitik aus den USA
Filmwirtschaft 05/11
Warner Bros.
Als sich vier Brüder aufmachten, ein Filmimperium zu gründen - Filmwirtschaft 04/11
Endgültige Bilanz 2010
Umsatzeinbußen für deutsche Filmprojekte - Filmwirtschaft 03/11
Alles nur geklaut?
Verletzung des Urheberrechts - Filmwirtschaft 11/10
Filmwirtschaft
Filmwirtschaft 10/10
Filmmesse Leipzig
Filmwirtschaft 09/10
Alternativer Content
Filmwirtschaft 05/10
Und immer wieder 3D
Filmwirtschaft 04/10
Kino und Kirche
Die Geschichte des Magazins Film-Dienst - Filmwirtschaft 03/10
Das Wunder von 2009
Filmwirtschaft 02/10
Filmpolitik quo vadis
Über Neuerungen, die keine sind - Filmwirtschaft 12/09
Deutschland - kein Arthousepublikum?
Filmwirtschaft 11/09
Jugendamt proudly presents
Filmwirtschaft 10/09
3 D - Jetzt geht's los
Filmwirtschaft 08/09
Hoch dekoriert, kaum gesehen
Filmwirtschaft 07/09
Werbung im Kino - Vom Aussterben bedroht?
Filmwirtschaft 06/09
Hoch gefördert, wenig gesehen
Der deutsche Film - Filmwirtschaft 05/09
Ein Urteil - und doch noch alles offen
Filmwirtschaft 04/09
2009
Das Jahr des digitalen Wendepunkts - Filmwirtschaft 03/09
Das Jahr 2008
Rückblick auf das Kinojahr - Filmwirtschaft 02/09
Seid umschlungen Millionen
Filmwirtschaft 01/09
40 Jahre deutsche Filmförderung
Der Filmgroschen sichert die Produktion - Filmwirtschaft 12/08
Wechselhafte Zeiten
Programmkinos haben's immer schwerer - Filmwirtschaft 11/08
Wie kommt der Film ins Kino?
Vom Drehbuch zur Kinovorstellung - Filmwirtschaft 10/08
Rettet das Filmerbe
Archive mit alten Filmschätzen - Filmwirtschaft 09/08
Grösser geht's nicht
Über IMAX-Geburt und -Sterben - Filmwirtschaft 07/08
Deutscher Film - unbekannt?
Filmvorliebe nach Herkunftsländern - Filmwirtschaft 06/08
Mainhouse - Artstream
Filmwirtschaft 04/08
Stimmung gut - Zahlen schlecht...
Das alte Jahr endete schwach, das neue startete fulminant! - Filmwirtschaft 03/08
Keinohrhasen immer jünger
FSK wirkt zum Wohle der Jugend - Filmwirtschaft 02/08
Die digitale Revolution
Filmwirtschaft 01/08