Es begann 1982 in Frankfurt mit einem Kino und dem Konzept, interessante internationale Filme nach Deutschland zu bringen. Seit 1996 sitzt die Pandora Film Produktion in Köln und widmet sich der Produktion von Spielfilmen. Die Produzenten Raimond Goebel und Claudia Steffen zählen zum Stammteam.
choices: Frau Steffen, Herr Goebel, der Schwerpunkt liegt bei Pandora weniger auf deutschen als auf internationalen Produktionen …
Raimond Goebel: Unsere Filme waren von Anfang an so konzipiert, dass sie auf mehr als einem Markt funktionieren sollen.
Heißt das, deutsche Filme funktionieren nicht international?
RG: Haben lange nicht funktioniert. Nach den Erfolgen des Neuen Deutschen Films in den 70ern war „Lola rennt“ die erste Produktion, der international mal wieder Beachtung fand, und ihm folgten dann gleich Produktionen wie „Good bye, Lenin“. Auf einmal wurde das deutsche Kino wieder weltweit wahrgenommen. Heute sind wir in einer Situation, um die uns viele befreundete Nachbarländer beneiden, weil das deutsche Kino handwerklich und von der Art, wie es Geschichten erzählt, zumindest auf der Ebene des europäischen Arthouse-Kinos oben angekommen ist.
Inwiefern würden Sie die Pandora Film als Arthouse-fixiert beschreiben?
RG: Natürlich steht bei uns Arthouse in gewisser Weise als Label oben drüber. Aber wir versuchen eigentlich auch schon immer, Publikum zu erreichen. Und dafür muss man auch die klassische Nomenklatur aufweichen.
Filme wie „Hochzeitspolka“ oder „Rumpe und Tuli“ …
Claudia Steffen: Wir sind mittlerweile breit aufgestellt – vom kleinen Erstlingsfilm über etablierte Arthouse-Regisseure bis zu deutschen Komödien. Und wir glauben weiterhin an gute Geschichten fürs Kino.
RG: „Rumpe und Tuli“ war ein Experiment. Das hat viel mit Köln zu tun, weil einer der Macher von der KHM kam. Dankenswerterweise konnten wir den Film mit Geldern aus dem Spezialtopf der Filmstiftung für den ersten Film nach dem Studium finanzieren. Eine sehr lehrreiche Erfahrung, die dazu führte, dass wir mit Samy Challah weiter an einem Spielfilmprojekt arbeiten.
Wie würden Sie die deutsche Kinokultur beschreiben?
CS: Am besten vergleicht man das mit Frankreich: Dort geht man ins Kino – nicht in einen bestimmten Film. Man steht im Kino und entscheidet sich. Das würde bei uns niemand machen.
RG: Bei den Franzosen wird der Film sehr breit unterstützt. Da ist es z. B. üblich, dass es bei einem französischen Filmstart immer Medienpartnerschaften gibt. Dass eine Zeitung, ein Fernsehsender, ein Radiosender usw. sich als Medienpartner dieses Films verstehen. Da erscheinen dann im Printbereich am Starttag Titelstories über den Film.
CS: Diese Medienpartnerschaften haben wir in Deutschland selten, da die Struktur föderaler ist. Dadurch ist es schwieriger, die Interessen für einen Kinofilm zu bündeln. Manchmal wünschen wir uns mehr Programmhinweise im Fernsehen, Internet oder auch Berichte in der lokalen Presse, z. B. über Dreharbeiten.

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