choices: Herr Götze, wie sind Sie zum Comic-Sammler geworden?
Thomas Götze: Mein Einstieg als Kind war Donald Duck. Als ich älter wurde, kamen dann so Sachen wie Luc Orient und später Corto Maltese hinzu. Aber bis heute bin ich in erster Linie Leser.
Sind Messen wichtig in der Branche?
Eine Messe wie die Kölner Intercomic ist nicht nur für die Szene wichtig, sondern auch für die Stadt. Meiner Meinung nach bereichern Comics die kulturelle Vielfalt. Köln spielt eine wichtige Rolle, weil hier viele Zeichner leben und mit Ehapa ein großer Verlag angesiedelt ist.
Wie kam es zur Idee, die Kölner Intercomic zu übernehmen?
Nach dem Tod des Messegründers Norbert Hethke war vieles unklar. Ich kannte Hethkes Sohn aus Jugendtagen, doch der wollte das Erbe nicht antreten. Deshalb wurden die Verlagssparten einzeln verkauft. Die Messe wollte keiner, sie blieb übrig. Damit es weitergeht, beschloss ich, die Messe in Köln fortzuführen.
Was ist das Besondere an der Kölner Messe im Vergleich zu anderen Städten?
Sie ist zunächst einmal die größte Veranstaltung ihrer Art in Deutschland. Sie hat eine lange Tradition in Köln. Außerdem hat Hethke durch seinen Verlag und die Verbindung zu Hansrudi Wäscher viele Comicfreunde an Köln gebunden. Für mich ist vor allem wichtig, vielen Künstlerinnen und Künstlern ein Forum bieten zu können.
Ist die Intercomic bisher ein Erfolg?
Ich fing ja nicht bei Null an. Der Name ist bekannt, und ich habe schließlich einen festen Händlerstamm übernehmen können.
Wie soll die Zukunft der Intercomic aussehen?
Wir arbeiten an Strategien, das Messepublikum zu verjüngen. Der Durchschnittssammler ist heute deutlich über 50 Jahre. Auch bei den Händlern, die seit über 30 Jahren auf der Börse zweimal jährlich ihren Stand machen, muss eine Verjüngung her. Ich wünsche mir dazu viel mehr Zeichner auf der Intercomic, um die Attraktivität zu erhöhen. Die Intercomic soll den Charakter eines Festivals mit Rahmenprogramm und Fachvorträgen bekommen.
Tags: Thema 12/11, ComicKultur
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