Seine Augen starrten geradeaus in eine unbestimmte Ferne. Seine Fäuste umklammerten ein imaginäres Steuer. Kurzatmig war er und kaltschweißig. Er kam aus Leverkusen. Acht Stunden hatte er für 25 Kilometer benötigt. Wegen eines gebrochenen Stahlträgers waren zwei der drei Fahrspuren der Rheinbrücke gesperrt. Der Berufsverkehr ergoss sich in die Chemikantenstadt. Selbst in kleinsten Nebenstraßen staute sich der Verkehr, berichtete mit belegter Stimme der Mann aus Leverkusen. Wer einen Parkplatz fand, versuchte sein Glück auf Schusters Rappen. Bald strömten die Massen der Fußgänger und Wanderer hämisch grinsend und feixend an ihm vorbei. Als zur Mittagszeit die Sperrung aufgehoben wurde und sich das Verkehrschaos langsam lichtete, hatte er kaum mehr Sprit im Tank. Ohne laufenden Motor wäre er vor Hass erfroren. Nun ist er, kurz nach Dienstschluss, endlich an seinem Arbeitsplatz angekommen. Aber kann er seinen Job überhaupt noch weitermachen? Er denkt an Umschulung, an Ruhestand, an Tod. Doch dann gibt er sich einen Ruck. Schließlich war er bis gestern erfolgreichster Verkäufer eines renommierten Autohauses.
Die Systemfrage stellt in diesen Tagen nicht nur ein traumatisierter Autohändler. Parteien, Banken, Staaten, alle werden von Krisen gerüttelt und geschüttelt. Im choices-Thema RÜCKBLICK & AUSBLICK präsentieren sich die Katastrophen vergangener und kommender Tage. Passend dazu kommt in der HALLE BEUEL BONN der Klassiker DER GROSSE GATSBY auf die Bühne, allerdings ist die Inszenierung – verziert mit Investmentfonds und Sportwetten – in die Jetzt-Zeit übersetzt. Auch mit der Vergangenheit und deren Wirkung auf die Gegenwart beschäftigt sich das Theaterstück LENI RIEFENSTAHL – DIE KÖLNER PROZESSE, zu sehen in der STUDIOBÜHNE KÖLN. choices sprach mit Regisseur DANIEL SCHÜSSLER über die Facetten der Nazi-Ikone. War sie Karrieristin? Rassistin? Feministin? Oder eine frühe Lady Gaga? Nicht bombastisch wie Riefenstahl, sondern eher kleinformatig präsentieren sich die Werke des gebürtigen Jugoslawen und Wahl-Düsseldorfers WASA MARJANOV im MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST. Freitag, der 13. ist für Konzertbesucher ein Glückstag, findet dann doch das WINTERJAZZ KÖLN 2012 im STADTGARTEN statt. In Anlehnung an das New Yorker Vorbild werden in diesem Jahr erstmalig auf drei Bühnen gleichzeitig wichtige Improvisationsmusiker aus der Region präsentiert.
Und nun zum Kino. Lieber Günter Wallraff, Sie waren Türke, Afrikaner und „Bild“-Reporter. In einen Abgrunde haben Sie sich trotzdem nicht gewagt. Aber CHRISTIAN ULMEN. Im Film JONAS mimt der 36Jährige einen 18Jährigen, der die Schulbank drückt. Improvisationstheater vom Feinsten findet so auf der Leinwand statt. Ob die Musiklehrerin merkt, dass kein Teenager sie anhimmelt? Wir können gespannt sein. Spannung erzeugt der Agententhriller DAME, KÖNIG, AS, SPION des schwedischen Regisseurs TOMAS ALFREDSON ganz ohne Tempo. In Zeiten von unmöglichen Missionen erscheint dies wie ein verspätetes Weihnachtsgeschenk.
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Intro zum Monat Oktober 10/11
Von Ameisenkünstlern und anderen Überfliegern
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Müffelnde Mädchen
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Heavy Metal
Intro zum Monat Juli 07/11
Hoch die Tassen und Gläser!
Findling 07/11
Nomen est omen
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taz-Medienkongress in Berlin
In Berlin wurde die Zukunft der Medien verhandelt. Die taz hatte geladen, um zu klären, wie Mister Twitter Old Mubarak stürzte - choices spezial 04/11
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Ökologische Gegenwarts- und Zukunftsfragen - die Kulturmagazine choices, engels und trailer-ruhr seit vielen Jahren mit 'grünen Seiten', nicht erst seit Fukushima - choices spezial 04/11
Verrückt nach mehr
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Kunst durch Vorbeischauen
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