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Markus Reinhardt mit Sohn Stachlo
Francis Lauenau

Die Sinti-Rapper von Roggendorf

Intro zum Magazin 09/10

Die Kölner Zigeuner sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. In den 50er Jahren mimten die Stehgeiger auf Hochzeiten und Geburtstagsfeiern mit ihren Husarenuniformen den folkloristischen Farbtupfer. Jener sollte die weiße Weste der Deutschen, die 1945 unter der abgelegten braunen Uniform zum Vorschein kam, ein bisschen aufpeppen. Die Familie Reinhardt, bekannt durch die Weltstars Django und Schnuckenack, sicherte sich so als Walzerkönige in Kölner Kneipen ihren Lebensunterhalt. In den 70er Jahren allerdings rebellierte die Zigeunerjugend, spielte lieber Bossa als Richard Strauß. Das jazzige Markus-Reinhardt-Ensemble wurde gegründet, das inzwischen auf Europas Bühnen zu Hause ist. Beim Besuch des Geigers in seinem Häuschen in Köln-Roggendorf zeigt nun der stolze Vater die musikalische Fortsetzung der Zigeunermusik. Sohn Stachlo rappt ins Mikro, dass Gangstermusikanten wie Eminem blass werden würden. Sub-Sub-Subkultur sozusagen. Erst beim Abschied entdeckt der Besucher die Rettung des Abendlandes. Im Vorgarten des Nachbarn, natürlich auch eines Reinhardts, stehen dichtgedrängt urdeutsche Gartenzwerge.

Köln ist pleite. Na und? Nichts Neues? Doch. Der ehemalige regierungspräsidiale Sparkommissar ist inzwischen Oberbürgermeister, und der ehemalige Wirtschaftsdezernent der Stadt ist nun Finanzminister von NRW. Der Wind der Veränderung, von greisen Rockern aus Hannover besungen, könnte in Anbetracht des Rollentausches auch durch das klamme Rheinland fegen. Das CHOICES-THEMA hierzu heißt JEDER EURO ZÄHLT. Auch das Theaterleben ist geprägt von der Spardiskussion. choices berichtet deshalb von Kartoffeln und Gurken. Kartoffeln werden nach wie vor in der Kultkneipe BEI LENA geschält, und Gurken diskutieren über die Perspektiven der KÖLNER BÜHNEN. Sparsam möbliert ist auch die Bühne des THEATER IM BAUTURM. Bei TRUST reichen drei Mikrophone in einer großen weißen Kiste. choices sprach mit Regisseur MAX CLAESSEN. Die Künste stehen in diesem Monat ganz im Zeichen der Fotografie. Im MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST sind unter anderem Werke des Schweizer Fotografen RENÉ BURRI zu sehen: Che Guevara von unten gesehen, damit er größer erscheint, und Manhattan von oben gesehen, damit die Wolkenkratzer kleiner erscheinen. Warum heißt das Ding vorne an der Kamera nur Objektiv und nicht Subjektiv? Das RUHR.2010-Festival MELEZ übrigens entführt die Besucher – im Oktober, schon mal vormerken – in die bunte Kultur fremder Gefilde, dargeboten durch KünstlerInnen der etablierten Kulturtempel sowie der Subkulturszene des Ruhrgebiets.

Neue Filme gibt es natürlich auch. Ein alternder Metzger fährt mit seinem Motorrad durch Frankreich, um seinen Rentenantrag zu komplettieren. Die Handlung von MAMMUTH allein schon lässt aufhorchen. Aber da Gérard Depardieu den rächenden Fleischer spielt, ist der Besuch des Roadmovies zwingend. Ein gänzlich anderes Genre bedient die CHOICE OF CHOICES in diesem Monat mit MARY & MAX – ODER: SCHRUMPFEN SCHAFE, WENN ES REGNET? Sowohl Mary wie auch Max haben nur Knete im Kopf. Das liegt einerseits daran, dass sie Hauptfiguren eines Stop Motion-Knetfilms sind. Zum anderen ist Mary ein Mädchen aus Australien und Max ein Autist aus New York. Bei der Berlinale bekamen die beiden einen Bären.

Lutz Debus

choices spezial.

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„Europa hat die Menschenrechte vergessen“
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Neben der A57
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„Jewollt und nit jekonnt“
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Bambi-Bitch
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Findling 35

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Von Ameisenkünstlern und anderen Überfliegern
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Zum Durchdrehen
Intro zum Monat September 09/11

Müffelnde Mädchen
Intro zum Monat August 08/11

Heavy Metal
Intro zum Monat Juli 07/11

Hoch die Tassen und Gläser!
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Nomen est omen
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Bunga Bunga Balla Balla
Magenbitter 05/11

Das Doppelkoppmonster
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taz-Medienkongress in Berlin
In Berlin wurde die Zukunft der Medien verhandelt. Die taz hatte geladen, um zu klären, wie Mister Twitter Old Mubarak stürzte - choices spezial 04/11

Atomausstieg - nachhaltig umschalten!
Ökologische Gegenwarts- und Zukunftsfragen - die Kulturmagazine choices, engels und trailer-ruhr seit vielen Jahren mit 'grünen Seiten', nicht erst seit Fukushima - choices spezial 04/11

Verrückt nach mehr
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Kunst durch Vorbeischauen
Dämonen sind schlau. Viele Reize, wenig Tatsachen - Magenbitter 04/11

Déjà-vu
Intro zum Magazin 04/11