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09/19 Junge Migration

FRAGEN DER ZEIT
Redaktionsskizze: wie choices & Co. das jeweils nächste Thema planen für choices/Köln, engels/Wuppertal und trailer/Ruhr
Drei Magazine in NRW – ein THEMA

Thema Junge Migration, Foto: Perry Grone / Unspleash

Globalisierung hat es doch schon immer gegeben. Begann sie mit den Wanderungen der ersten Menschen, dem Tausch erster Güter, dem Drang zu Forschen oder zu Erobern, aus Not oder aus Luxus? Vermutlich von allem etwas. Seit jeher bewegen sich Menschen um die Welt und mit ihnen Kulturen, Gene, Wissen, Werte und Konflikte. Seit jeher prägen wir einander. Globalisierung muss herhalten gleichermaßen, wenn es gilt, eine ungerechte Wirtschaft anzuklagen oder die Geltung universaler Menschenrechte anzumahnen. Und dann sind da die eigentlichen Gesichter der Globalisierung: die Menschen, im Zuge der neuen Völkerwanderung besonders die jungen Menschen. An sie werden größte Hoffungen geknüpft: dass sie mit Überweisungen in Milliardenhöhe das Leben in ihren Herkunftsländern verbessern, dass sie den Fachkräftemangel und die Überalterung in den Zielländern beenden helfen, dass sie Wissen, Wirtschaft und Kultur hier wie dort bereichern. Da sind aber auch Ängste, die sich mit MigrantInnen vor allem aus dem arabischen Raum verbinden, vor Machokulturen, DemokratiefeindInnen und TerroristInnen. Und wir erleben tatsächlich frauenfeindliches Verhalten, Gruppenvergewaltigungen, kriminelle Clans und Terroranschläge. Taten, die wir nicht dulden können,  die aber auch keinen Generalverdacht rechtfertigen. All das wissen wir. Und nun?

 

Medienteil EINS: gut leben.

 

Migration tue der Wirtschaft gut, insbesondere, wenn Arbeitskräfte von einem ärmeren in einer reicheres Land wechselten – befinden Wirtschaftsstudien und einzelne ÖkonomInnen. Ein effizienterer Arbeitsmarkt und eine bessere Infrastruktur im reicheren Land entfesseln danach eine Produktivität, die sowohl im Sender- als auch im Empfängerland Wohlstand befördert. Überschätzt werde häufig, heißt es weiter, wie viele Menschen überhaupt an einem Leben anderswo interessiert seien, und sehr viele kehrten bald in ihre Herkunftsländer zurück. Trotzdem spricht alles dafür, dass sich Gesellschaften im eigenen Interesse auf Zuwanderung aus aller Welt einlassen müssen, dass sie keine Wahl haben. --- Haben wir, haben Politik und Wirtschaft das verstanden? (Ein Auszug aus der Detailplanung)

 

Medienteil ZWEI: sicher leben.

 

Viele junge MigrantInnen sind auf besondere Betreuung angewiesen; wiederum auch im Interesse des Ziellandes. Denn die Ankommenden stehen oft unter größtem Druck. Das kann der Verantwortung geschuldet sein, die die im Herkunftsland verbleibende Familie ihrem jungen Mitglied übergibt oder der Erfahrung von Krieg und Vertreibung. Junge Menschen, mitten in der Persönlichkeitsentwicklung, traumatisiert, oft mit unsicherem Aufenthaltsstatus, das Risiko des Scheiterns ständig vor Augen – und das in einem fremden Land. Die Risiken für Individuum und Gesellschaft liegen auf der Hand. Sowohl Staat als auch Zivilgesellschaft müssen hier helfen. Die psychologische Betreuung bleibe eine Baustelle, stellt der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) fest. Das ergebe eine Umfrage unter Fachkräften in der Sozialarbeit und Kinder- und Jugendhilfe (vgl. Tagesspiegel). --- Sind wir bereit für junge MigrantInnen mit einem schweren Schicksal? Vertrauen wir auf Pädagogik und Prävention oder finden Stimmen zunehmend Gehör, die auf härtere Strafen und frühere Strafmündigkeit setzen? (Ein Auszug aus der Detailplanung)

 

Medienteil DREI: frei leben.


Die Zustimmung junger Europäer zu EU ist gestiegen, laut einer Jugendstudie 2019 des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Wie stehen junge MigrantInnen zu Europa und den Werten, die wir gerne „europäische“ nennen? Finden sie sich in Gesellschaften wieder, in denen sie sich willkommen fühlen, die für Freiheit und Selbstverwirklichung stehen? Gesetze, Rechtsprechung und Infrastrukturen, die sich sich erhoffen? Oder sehen sie sich, Menschenwürde hin oder her, bald in bürokratischen Mühlen zerrieben? Wünschen sie überhaupt die täglichen Anstrengungen einer Gesellschaft, die unter „Demokratie“ nicht die bloße Herrschaft der Mehrheit versteht, sondern zugleich Minderheitenschutz und unantastbare Menschenwürde?  Wie empfinden und bewerten junge MigrantInnen ihr Leben im neuen Land? Was ist denen zu raten, die sich überfordert fühlen – mit ihrem neuen Leben oder mit den neuen BürgerInnen? Wächst oder braut sich hier etwas zusammen? (Ein Auszug aus der Detailplanung) 

 

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