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08/21 Internet – Teufelszeug?

FRAGEN DER ZEIT
Redaktionsskizze: wie choices & Co. das jeweils nächste Thema planen.

Drei Magazine in NRW – ein THEMA

Foto: WavebreakMediaMicro / Adobe Stock

Digitale Freiheit? Manche Hoffnung, die sich einst an das aufkommende Internet band, war übertrieben: Das Netz als finales Medium der Emanzipation, des Freiheitskampfes, als demokratisches Sprachrohr, dem kein noch so unterdrückerisches Regime etwas entgegensetzen könnte. Die Ernüchterung wiegt trotzdem bleischwer: Daten gelten als das neue Öl, und die Verheißung selbstbestimmter Bürger ist der Trübsal durchsichtiger Konsumenten gewichen – die ihre Privatsphäre bekanntlich gegen die grotesk überdosierte Allverfügbarkeit von Katzenvideos eingetauscht haben. Algorithmen statt Autonomie, Klicks statt Anteilnahme, Bespaßung statt Betroffenheit. Einst erzürnte das Vorhaben einer (analogen) Volkszählung die Gemüter, mittlerweile rühren selbst die Snowden-Enthüllungen, Konzernmonopole oder zensierte Staatsnetze scheinbar nur wenige. Unermesslich die wachsende Macht von Facebook, Amazon, Apple oder Google, unfassbar der Unwille und das Unvermögen der Politik, dem Einhalt zu gebieten, zermürbend schier jeder private Versuche, sich dem konsequent zu entziehen und zugleich Teil der Gesellschaft zu bleiben. Politik, Wirtschaft, Bürger: was können sie ändern, was wollen sie ändern – auch angesichts der Corona-Pandemie, gegen die nicht zuletzt digitale Maßnahmen geboten scheinen?

 

Teil 1: ANALOGE POLITIK


Ist die europäische DSGVO ein Meileinstein, wenigstens ein Wegbereiter oder doch ein Witz, wenn es um den Schutz der Bürger und ihrer Daten geht? Weisen die privaten Klagewellen chinesischer Bürger gegen Digital-Konzerne ausgerechnet China als Vorbild aus im Kampf gegen die Datenmonopolisten; tut das chinesische E-Commerce-Gesetz ein Übriges? Wird die Kartellklage in den USA Google und Co endlich Einhalt gebieten? Ist ein globales Vorgehen absehbar (oder bleibt das ebenso utopisch wie ein entsprechendes Vorgehen gegen Steuerhinterziehung im großen Stil)?

 

Teil 2: DIGITALE KONZERNE

 

Immerhin: Zu Warnhinweisen gegen rassistische, verleumderische und hetzerische Botschaften ringen sich Facebook oder Twitter mittlerweile durch, auch zu Löschungen von zugehörigen „nicht-authentischen“ Profilen. Wenn sie das nicht aus eigener Überzeugung tun, dann doch auf Druck abspringender Anzeigenkunden. Wer aber kontrolliert die Kontrolleure? Wie privat sind Konzerne, die maßgeblich und nach geheimen Algorithmen die öffentliche Willensbildung beeinflussen und die (s. Google) darüber hinaus, durch 'Spenden' und 'Bildungsangebote', längst journalistische Verlage und Medien an sich binden? Wie sähe eine angemessene, demokratische Kontrolle der sozialen Netze aus? Wie unabhängig müssen sie von politischer Einflussnahme bleiben?

 

Teil 3: MEINE DATEN


Konsum, Kommunikation, Information, Unterhaltung – überall und immer, durch digitale Endgeräte und Apps. Wer wollte bestreiten, dass das praktisch ist? Wer aber wüsste nicht zugleich, dass ein maßvoller Umgang damit größte Anstrengung erfordern kann (was immer „maßvoll“ heiße)? Ist es eher Bequemlichkeit, die die Sache ausarten lässt und Daten-Achtsamkeit vergessen macht – oder Resignation angesichts mangelnder Alternativen? Was folgt für Nutzer aus dem täglichen Gebrauch und aus der unkontrollierten Preisgabe persönlicher Daten und was kann daraus folgen – wirtschaftlich (plötzlich kein Bankkredit ...), gesundheitlich (Augenschmerzen, Schlaflosigkeit …) oder sozial (chatten statt treffen, Rufschädigung …)? Was kann der einzelne Mensch besser machen?


Ihre choices-Redaktion

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