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04/19 Europa

FRAGEN DER ZEIT
Redaktionsskizze: wie choices & Co. das jeweils nächste Thema planen für choices/Köln, engels/Wuppertal und trailer/Ruhr
Drei Magazine in NRW – ein THEMA

Foto: 7razer / Fotolia

Blicken wir mit Pathos auf Europa, dann schweifen die Gedanken in ferne Zeiten und weite Räume. Wir denken an die Prägung durch antike Philosophie und Staatskunst, durch Judentum und Christentum; vielleicht daran, dass uns das Wissen der Antike erhalten geblieben ist nur, weil es durch die islamische Welt gerettet wurde in Jahrhunderten, in denen der Islam in Fragen der Toleranz und Bildung dem Christentum weit voraus war; oder daran, dass das Judentum nicht nur prägende Kraft sondern immer auch Opfer von Verfolgung geblieben ist. Blicken wir nüchterner auf Europa, dann denken wir an die Römischen Verträge vom März 1957 zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft oder an den Vertrag von Maastricht vom Februar 1992, der schließlich die Europäische Union begründet hat. Hehre Ideale verbinden sich nicht weniger mit dieser nüchternen Herangehensweise: Sicherheit, Frieden, Demokratisierung, Wohlstand. Gewöhnt haben wir uns allerdings an andere Töne, vom Gejammer über bürokratischen Ordnungsfimmel, bis zu Austrittsbestrebungen von Brexit bis Säxit. Es geht um Geld, Märkte und Wohlstand, um Macht und die Bevormundung durch übermächtige Staaten wie Deutschland und Frankreich, um Identität und die Frage, was wir überhaupt gemeinsam haben, um Angst vor Überfremdung und die Sehnsucht, wieder mehr unter sich zu sein. Gleichzeitig blicken wir anerkennend aufeinander, bewundern die französische Streikkultur, den deutschen Sozialstaat oder den Zusammenhalt der griechischen Zivilgesellschaft. Wir kritisieren die Gefährdung des Rechtsstaats in Ungarn, die Leichtsinnigkeit der sogenannten deutschen Grenzöffnung von 2015 oder die Externalisierung von Sozial- und Umweltlasten in die Länder des Südens. Es herrscht, mit der Politologin Ulrike Guérot zu sprechen, längst eine „Polykrise“ Europas, von Demokratiedefizit, Bankenkrise, Eurokrise, Sparpolitik, Austeritätspolitik, Populismus, Nationalismus, Vertrauensverlust bis zu Trump, Putin und Handelskriegen. Sollten wir es also langsam ausklingen lassen, das Projekt Europa, nachdem es sich als so löchrig erwiesen hat? Einen Versuch war’s ja wert, aber genug ist genug? Oder geht da doch noch was, sind brilliante Lösungsvorschläge längst durchdacht, jedoch ungehört verklungen?

Medienteil EINS:  Europäische Nation

Sich behaupten zwischen den alten und kommenden Wirtschaftsgiganten USA, China und Indien. Für Menschenrechte gegenüber beispielsweise Saudi-Arabien eintreten, obwohl eine wirtschaftliche Zusammenarbeit unverzichtbar scheint. Eine Entwicklungszusammenarbeit auf den Weg bringen, die den Namen verdient. Mit Migration und Flucht konstruktiv umgehen. Digitalisierung und Big Data nicht erleiden sondern steuern. Wie sollten diese Ziele im Interesse Europas verfolgt und verhandelt werden, wenn nicht gemeinsam als Europa? (Ein Auszug aus der Detailplanung)

Medienteil ZWEI: Europäische Kultur

Kultur? Die wird in den Feuilletons besprochen. Sie steht für Schauspiel, Literatur, Kunst und Musik. Auch für gute Sitten oder den Verfall derselben. Überhaupt für alles, wo Menschen irgendwie ihre Finger drin haben, was sie „kultivieren“. Was Kultur uns bedeutet, was sie mit uns macht, das hat sehr viel damit zu tun, welche Ideen wir mit ihr verbinden und aus ihr gewinnen. (Ein Auszug aus der Detailplanung)

Medienteil DREI: Europäische Heimat 

Für manche klingt’s selbstverständlich, für manche wohlig, für manche miefig, für manche gefährlich: Heimat. Ob aller Bedenken, dass sie für den Rückzug ins Kleine steht, für das Draußenhalten des Fremden –ohne ein Gefühl von Vertrautem, Herkunft oder Zuhausesein kommen wir vermutlich gar nicht aus. Vielleicht braucht es für viele Menschen gerade diese Sicherheit und das Wissen um die eigene Identität, um offen und neugierig für alles Weiteres zu sein. (Ein Auszug aus der Detailplanung)

Ihre choices-Redaktion

Unsere Fragen – Ihre Meinung

1) Könnte das Projekt Europa noch gelingen?

2) Was heißt Heimat für Sie?

3) Brauchen wir eine europäische Kultur?


Wer mag, schreibt uns an meinung@choices.de. Wir freuen uns auf Post.

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