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Ich war Zuhause, aber…

Punkt Punkt Punkt

17. August 2019

Die Filmstarts der Woche

Der im Halbsatz innehaltende Titel enthält die ganze Poesie des neuen Films „Ich war Zuhause, aber...“ (Filmpalette) von Angela Schanelec, der dieses Jahr mit dem Regiepreis der Berlinale ausgezeichnet wurde. Vage von autobiografischen Momenten motiviert, erzählt die Regisseurin der Berliner Schule vom Seelenzustand einer Mutter, die nach dem Tod ihres Mannes nicht mehr kann. Das Psychogramm einer Frau in der Krise webt Schanelec sensibel aus Andeutungen, alles erscheint jedoch kaum tragisch, eher banal. Ein Fahrrad wird gekauft und umständlich wieder zurückgegeben. Der Sohn war ein paar Tage verschwunden, die Mutter kämpft um seinen Schulverbleib. Maren Eggert verkörpert sie als Mischung aus Rabenmutter und Muttertier, zeigt sich wunderbar energiegeladen und zugleich erschöpft. Im Leben ist eben nichts eindeutig.

Die Manson-Morde vs. Western von gestern: Quentin Tarantinos neunter Film „Once Upon a Time... in Hollywood“ (Cinenova, Cinedom, Cineplex, Residenz, Rex am Ring, UCI, Weisshaus, OmU im Odeon und OFF Broadway, OV im Metropolis und Rex am Ring) beginnt mit einer visuellen Referenz an die in den 50er und 60er gedrehten TV-Westernserien: Rick Dalton (Leonardo DiCaprio), der Hauptdarsteller der beliebten Westernserie „Bounty Law“, und sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) werden von einem Reporter am Set interviewt. Dann weitet sich das Bild vom Schwarzweiß-Normalformat ins farbige Cinemascope – und wir finden uns im Februar des Jahres 1969 wieder. Daltons Karriere schlingert und er soll in „Spaghetti-Western“ in Italien sein Glück versuchen. Aber ehe Rick sich dazu durchringt, zieht er weiter mit Cliff durch Tinseltown, blickt neidisch über den Gartenzaun auf die Nachbarsvilla, in die der gerade angesagte Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) mit seiner schwangeren Freundin Sharon Tate (Margot Robbie) eingezogen ist. Als Cliff das Hippiemädchen Pussycat kennenlernt, die mit der Manson-Family in jener Western-Fake-Stadt wohnt, in der einst „Bounty Law“ gedreht wurde, ahnt man, dass diese beiden Handlungsstränge irgendwann mal zusammenfinden werden. 160 Minuten braucht Tarantino, um durch ein Hollywood der Umbrüche zu streifen, an dem man sich kaum sattsehen kann. Beim zynisch-exzessiven Showdown bestätigt er wiedermal seinen Ruf, letztlich nicht erwachsen werden zu wollen.

Außerdem neu in den Kinos: Isabella Eklöfs kühler Erotikthriller „Holiday“ (OmU in der Traumathek) und Josh Cooleys grandioses Disney-Pixar-Animationsabenteuer „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ (Cinedom, Cineplex, Metropolis, Rex am Ring, UCI, OmU im Metropolis, OV im Rex am Ring).

Redaktion choices.de

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