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Wonder Wheel

Gefühlskarussell

08. Januar 2018

Die Filmstarts der Woche

New York, Coney Island, in den 1950ern. Der Steeplechase Park bietet vielerlei Freizeitvergnügen direkt am Meer. Mitten drin in diesem Paradies, direkt über dem Schießbudenstand, wohnt die arbeitslose Schauspielerin Ginny (Kate Winslet) mit ihrem Mann, dem Karussellbetreiber Humpty (James Belushi). Ihr ist vor langer Zeit durch einen Fehltritt die Liebe ihres Lebens davon gelaufen, er ist verwitwet und hat den Kontakt zu seiner Tochter verloren, die in jungen Jahren einen Kriminellen geheiratet hat. Unverhofft aber steht die Tochter in seiner Tür: Carolina (Juno Temple) ist ihrem Gangstergatten entflohen und sucht nun Schutz und Unterschlupf. Humpty grollt, Ginny rollt die Augen – doch man einigt sich. Als Ginny dem romantisch verklärten Rettungsschwimmer Mickey (Justin Timberlake) begegnet, erwachsen in ihr Hoffnungen auf eine gänzlich andere Zukunft. Carolina allerdings findet den Beau auch ganz süß. Woody Allen kleidet die melodramatischen Abgründe seiner neuen Geschichte „Wonder Wheel“ (Cinenova, Rex am Ring, Weisshaus, OmU und OV im Metropolis) in pittoreske Bilder. Er entführt uns hinter die Kulissen des Sorglos-Parks, und so sommerlich märchenhaft das erste Bild diesen melodramatischen Reigen eröffnet, so tragisch entlässt er uns aus seinem Film, der, nach „Blue Jasmine“ von 2013, mal wieder Drama ist und nicht Komödie. Allen spielt mit Form und Ebene. Flotte Dialoge und beschwingter Swing wechseln sich ab mit purem, rohem Spiel und stummem Blick.

Moskau im Winter: Boris und Zhenya wohnen noch zusammen, haben aber längst neue Partner. Die gemeinsame Wohnung muss noch verkauft werden, ihren zwölfjährigen Sohn Alyosha sähen sie am liebsten im Internat. Der kann den Streit der Eltern und deren Lieblosigkeit nicht mehr ertragen und reißt aus. Die Eltern, die mehr ins Handy als ins Gesicht ihres Sohnes blicken, merken das erst zwei Tage später. Die Suche bleibt zunächst erfolglos. Der russische Regisseur Andrey Zvyagintsev („Leviathan“) konzentriert sich ganz auf die Eltern und ihren Umgang mit der Situation. Zvyagintsev baut in seine Filme zwar auch immer einen Subtext zur russischen Gesellschaft ein, aber alleine die konkrete Ebene der hoffnungslos kaputten Familie in „Loveless“ (OmU in der Filmpalette) ist von einer erschütternden Dramatik, die lange nachhallt.

Außerdem neu in den Kinos: die Künstlerportraits „Tony Conrad - Completely in the Present“ (OmU in der Filmpalette) und „Julian Schnabel: A Private Portrait“ (OmU im OFF Broadway und Weisshaus), Makoto Shinkais Animehit „Your Name. - Gestern, heute und für immer“ (Cinedom, Cineplex, UCI), Jaume Collet-Serras Hochtempothriller „The Commuter“ (Autokino Porz, Cinedom, Cineplex, UCI) und, für Kinder, das Animationsabenteuer „Tad Stones und das Geheimnis von König Midas“ (Cinedom, Cineplex, Metropolis, Rex am Ring, UCI).

Redaktion choices.de

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