Die Kölner Lokalmatadoren Locas in Love feiern die erfolgreiche Veröffentlichung ihres vierten Albums „Lemming“. Mit intelligenten deutschen Texten und schmissigem Pop hat sich das Trio, das um die Sängerin Claire Oelkers ergänzt auch als „Karpatenhund“ firmiert, längst eine große Fangemeinde erspielt (2.10., 20 Uhr, Gebäude 9). Die Tuareg-Band Tinariwen um Komponist Ibrahim Ag Alhabib gibt es mit Unterbrechung seit den frühen 80er Jahren. Seit zehn Jahren kennt man die ehemaligen Tuareg-Krieger auch in der westlichen Welt: Ihre afrikanische Folklore versetzen sie mit dem Sound der E-Gitarre – auf dem neuen Album sind Gäste von TV on the Radio und Wilco dabei. Auf Tournee wird zumindest die siebenköpfige Stammbesetzung dabei sein (6.10., 20 Uhr, Philharmonie). Das Kölner Improvisations-Duo dus-ti besteht aus dem Trompeter Pablo Giw und dem Drummer Mirek Pyschny. Letzterer gibt einen schlichten, dezent jazzigen Rhythmus vor, während der Markus Stockhausen-Schüler Giw mal weiche Melodien spielt, seinem Instrument meist aber verzerrte Sounds entlockt. Dazu gesellen sich elektronische Sounds (6.10., 20 Uhr, Odonien).
Clubkonzert: Die Hamburger Techno-Acts Pantha Du Prince und Die Vögel geben sich die Ehre. Ersterer wird seinen erfolgreichen Romantik-Techno spielen. Die Vögel aka Mense Reents (Goldene Zitronen, Egoexpress, Stella) und Jakobus Siebels (JaKönigJa) sorgten im letzten Jahr mit ihrem Balkantechno-Hit „Blaue Moschee“ auf DJ Kozes Label Pampa für eine kleine Sensation. In diesem Sommer folgte die Fratzengulasch-EP, die mit melancholischer Folklore mit Gesang von Ebba Durstewitz wieder großartig ist (7.10. 22 Uhr, Gloria). Der Düsseldorfer Pianist Volker Bertelmann alias Hauschka macht seit fast zehn Jahren Minimal Music für präpariertes Klavier. Seine melodischen Patterns grooven mit permanenten rhythmischen Verschiebungen. Für Freunde von Steve Reich und Indietronics (12.10., 20 Uhr, Blue Shell). Janine Rostron alias Planningtorock macht klassizistisch-minimalistisch grummelnden Electropop. Fünf Jahre nach ihrem Debüt hat die Seite an Seite mit Peaches in Berlin produzierende Exil-Britin ihr zweites Album veröffentlicht (16.10., 20 Uhr Gebäude 9).
Vor zehn Jahren hat der Poetry-Slam Dichter Saul Williams angefangen, Musik zu machen. Zunächst waren es Vertonungen seiner Spoken Word-Performances, die im experimentellen Hip Hop Anklang fanden, später integrierte er Rock-Elemente. Er hat aber auch schon mit einem Sinfonieorchester auf der Bühne gestanden. Expect the unexpected (22.10., 20 Uhr, Luxor). Das Hamburger Duo Digitalism schaltet einen Gang zurück: Zuletzt gastierten sie in der Live Music Hall mit einem etwas unpersönlichen, auf Überwältigung ausgelegten Konzert. Das passt natürlich zu ihrem euphorischen Rave-Sound, der kleinere Club ist atmosphärisch aber sicherlich von Vorteil (26.10., 21 Uhr, Gloria). Das Shoegaze-Revival ist in vollem Gang. Das belegt auch das Dreierpack The Electric Mainline, Kontakte und The Lost Rivers, die alle mehr oder veniger verrauschte Melodien anstimmen und mal My Bloody Valentine, mal The Jesus and Mary Chain als Vorbilder deutlich machen. Das kann kein Fehler sein (26.10., 20 Uhr, Tsunami). Mediengruppe Telekommander, die Propagandaabteilung des Electropop, ist mit neuem Album da. Nach wie vor wird heftig geshoutet und proklamiert, dazwischen der Widerstand getanzt (27.10., 20 Uhr, Gebäude 9).
Seit knapp 30 Jahren gibt es die Indie-Metaller Melvins um Dale Crover und King Buzzo schon. Sie haben mit Kurt Cobain als einem ihrer größten Fans nicht nur maßgeblich Grunge beeinflusst, sondern auch Metal-Elemente für Indie-Kids etabliert, und sind zwischendurch immer wieder in experimentelle Gefilde abgebogen. Kurz: Eine der besten Bands der Welt spielt mal wieder in Köln, und wer nicht hingeht, ist selbst schuld (29.10., 20 Uhr, Gebäude 9).
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