Vor wenigen Wochen wurde eine neue repräsentative Studie vorgelegt, in der sämtliche Branchen digitaler Content-Anbieter im Hinblick auf ihre Gefährdung durch illegale Downloads beleuchtet wurden. Auftraggeber waren Verbände der Film-, Musik und Verlagsbranche. Die Bilanz ist erschreckend: im Jahr 2010 wurden 54 Mio. Kinofilme, 23 Mio. TV-Sendungen, 185 Mio. Songs, 46 Mio. Musikalben und 14 Mio. E-Books illegal aus dem Netz kopiert. Und dies sind nur die Daten der direkten Nutzung, die Zweit-und Drittverwertungen dürften noch ein Vielfaches darüber liegen.
Hauptverursacher dieses Raubrittertums sind kriminelle Webseiten, die legal daherkommen und immer professioneller arbeiten. Und sie sprechen immer mehr Nutzer an. Im Regelfall sind dieses keine Einmal- sondern Mehrfachtäter. Denn die 54 Mio. Kinofilme wurden von nur knapp 1,4 Mio. Personen herunter geladen - die Verhältnisse bei den anderen urheberrechtsgeschützten Werken sind ähnlich.
Die Studie räumt allerdings auch mit Märchen auf. So hieß es bislang, dass illegale Downloader auch starke legale Nutzer zum Beispiel von Kinofilmen oder Musik sind. Nachgewiesen wurde aber, dass 2010 durchschnittlich jeder Deutsche rund 56 € für Musik ausgegeben hat, die Raubkopierer jedoch nur 18 €. Ebenso konnte die Studie widerlegen, dass das Fehlen legaler Bezugsquellen im Netz, den Kunden in die Illegalität treibe. Denn die Zunahme legaler Portale für Musik und Filme hat die illegalen Quellen und deren Nutzung keineswegs zum versiegen gebracht.
Tausch ganzer Bibliotheken
Wurden früher die einmal aus dem Netz gezogenen Werke auf CD oder DVD weiterverbreitet, werden heute wesentlich mehr Speicher umfassende Festplatten genutzt. So wurden im Jahr 2010 241 Mio. Kinofilme und 23 Milliarden Musikstücke, 129 Mio. Hörbücher und 25 Mio. elektronische Bücher gespeichert. Etwa 40 % der 10 bis 29jährigen nutzen die transportablen Speichermedien zum Tausch kompletter Medienbibliotheken.
Insgesamt beziehen 26% aller Downloader ihre Daten illegal, positiv ausgedrückt könnte man auch sagen, dass drei Viertel der Nutzer ihre Mediendaten legal beziehen.
Die zahlreichen Kampagnen für den Urheberrechtsschutz haben zumindest dazu geführt, dass 98% der Befragten wissen, dass geschützte Werke nicht kopiert und weiter verbreitet werden dürfen. Weitere 80% sind sich auch über strafrechtliche Folgen im Klaren, wenngleich auf der Ebene der Konsumenten nur selten mit Strafen zu rechnen ist. Aber um das illegale File-Sharing erfolgreich zu bekämpfen bedarf es nicht nur Kampagnen, sondern jedes urheberrechtsgeschützte Werk muss mit einem entsprechenden Warnhinweis (Respect Copyright) versehen werden. Die Folge fasste BKM Neumann auf der IFA in Berlin folgendermaßen zusammen: „Bei wiederholter Rechtsverletzung muss aber mit einer ernst zu nehmenden Reaktion zu rechnen sein, z.B. einer kostenträchtigen Abmahnung. Denn der Urheber (…) muss an der Wertschöpfung angemessen beteiligt werden.“

Weltweites Kinowachstum
Aktuelle Statistiken zur Kinoentwicklung – Filmwirtschaft 05/13
Sinkende Budgets allüberall
Produzentenstudie 2012 – Filmwirtschaft 04/13
Hilft die Quote?
Besuchsstudie zum vergangenen Kinojahr – Filmwirtschaft 03/13
Die Spitze und die Höhe
Die aktuelle Filmpolitik verheißt wenig Gutes für 2013 – Filmwirtschaft 02/13
Noch schärfer
„Der Hobbit“ beschleunigt die Markteinführung der Higher Frame Rate – Filmwirtschaft 01/13
To be continued
Paramount Pictures wird 100 Jahre alt – Filmwirtschaft 12/12
Es werde Licht
Der Xenonkolben feiert seinen 60. Geburtstag – Filmwirtschaft 11/12
Eine ganz heiße Kartoffel
100 Jahre Universal – Filmwirtschaft 10/12
Seid umschlungen, Millionen
Aufteilung der Filmförderung des deutschen Films – Filmwirtschaft 08/12
Demographie und Pina
GfK-Studie zum Kinobesuchsjahr 2011 - Filmwirtschaft 07/12
In allen Töpfen rührend
Der Film-Megakonzern Sony - Filmwirtschaft 06/12
ACTA, Regener und 51 Tatort-Autoren
Filmwirtschaft 05/12
50 Jahre Oberhausener Manifest
Einfluss der Kurzfilmtage auf den deutschen Film - Filmwirtschaft 04/12
Einsparungen und Gleichstellung
Justierung der Filmförderung - Filmwirtschaft 03/12
Besser und doch enttäuschend
Rückschau auf das Kinojahr 2011 – Filmwirtschaft 02/12
Die Grünen Piraten
Umgang mit Urheberrechtsschutz – Filmwirtschaft 01/12
Nachbarschaftsvergleich
Kinoentwicklung Deutschland – Frankreich – Filmwirtschaft 12/11
Walt Disney
Blick auf einen der prägendsten Filmproduzenten – Filmwirtschaft 11/11
Altersempfehlungen tun Not
Eine medienpädagogsiche Alternative zur FSK wird nötig - Filmwirtschaft 09/11
Film ohne Grenzen
Der Schlag gegen kino.to weckt Sensibilität bei den Usern - Filmwirtschaft 08/11
20 Th Century Fox
Filmwirtschaft 07/11
Streit um die Förderung zur Digitalisierung
Eine fragwürdige Umverteilung von Kinoeinnahmen - Filmwirtschaft 06/11
CinemaCon – Filmpolitik aus den USA
Filmwirtschaft 05/11
Warner Bros.
Als sich vier Brüder aufmachten, ein Filmimperium zu gründen - Filmwirtschaft 04/11
Endgültige Bilanz 2010
Umsatzeinbußen für deutsche Filmprojekte - Filmwirtschaft 03/11
Alles nur geklaut?
Verletzung des Urheberrechts - Filmwirtschaft 11/10
Filmwirtschaft
Filmwirtschaft 10/10
Filmmesse Leipzig
Filmwirtschaft 09/10
Alternativer Content
Filmwirtschaft 05/10
Und immer wieder 3D
Filmwirtschaft 04/10
Kino und Kirche
Die Geschichte des Magazins Film-Dienst - Filmwirtschaft 03/10
Das Wunder von 2009
Filmwirtschaft 02/10
Filmpolitik quo vadis
Über Neuerungen, die keine sind - Filmwirtschaft 12/09
Deutschland - kein Arthousepublikum?
Filmwirtschaft 11/09
Jugendamt proudly presents
Filmwirtschaft 10/09
3 D - Jetzt geht's los
Filmwirtschaft 08/09
Hoch dekoriert, kaum gesehen
Filmwirtschaft 07/09
Werbung im Kino - Vom Aussterben bedroht?
Filmwirtschaft 06/09
Hoch gefördert, wenig gesehen
Der deutsche Film - Filmwirtschaft 05/09
Ein Urteil - und doch noch alles offen
Filmwirtschaft 04/09
2009
Das Jahr des digitalen Wendepunkts - Filmwirtschaft 03/09
Das Jahr 2008
Rückblick auf das Kinojahr - Filmwirtschaft 02/09
Seid umschlungen Millionen
Filmwirtschaft 01/09
40 Jahre deutsche Filmförderung
Der Filmgroschen sichert die Produktion - Filmwirtschaft 12/08
Wechselhafte Zeiten
Programmkinos haben's immer schwerer - Filmwirtschaft 11/08
Wie kommt der Film ins Kino?
Vom Drehbuch zur Kinovorstellung - Filmwirtschaft 10/08
Rettet das Filmerbe
Archive mit alten Filmschätzen - Filmwirtschaft 09/08
Grösser geht's nicht
Über IMAX-Geburt und -Sterben - Filmwirtschaft 07/08
Deutscher Film - unbekannt?
Filmvorliebe nach Herkunftsländern - Filmwirtschaft 06/08
Mainhouse - Artstream
Filmwirtschaft 04/08
Stimmung gut - Zahlen schlecht...
Das alte Jahr endete schwach, das neue startete fulminant! - Filmwirtschaft 03/08
Keinohrhasen immer jünger
FSK wirkt zum Wohle der Jugend - Filmwirtschaft 02/08
Die digitale Revolution
Filmwirtschaft 01/08