In diesem Jahr hat die Kölner Hochschullandschaft ein Jubiläum anzuführen: Die Fachhochschule feiert 40jähriges Bestehen, und wohl zugleich auch den Umstand, heute die größte Schule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland zu sein. 17.500 Studierende in 70 Studiengängen – da ist es nicht verwunderlich, dass die Liste der Alumni recht illuster wirkt und Namen wie Monika Piel oder Jürgen Becker anführt.
Nicht weniger interessant lesen sich die Lebensläufe aktueller Studenten, die der Öffentlichkeit zwar (noch) unbekannt sind, aber bereits daran arbeiten, sich zumindest in der Wissenschaft einen Namen zu machen. So zum Beispiel Kuai Shen Ausons aus Ecuador, seines Zeichens Künstler – und Computerspiele-Entwickler. Ein Blick in sein Atelier zeigt, dass der Student die gängigen Klischees vom „nerdigen Fachidioten“ nicht erfüllt. Denn er ist vor allem auch Tierliebhaber, im Besonderen begeistert er sich für die Welt der Ameisen, die ihn sogar bei der Spiele-Entwicklung inspirieren: „Erinnert das, was seit wenigen Jahren in den Sozialen Netzwerken passiert, nicht auch an das Verhalten einer großen Ameisenkolonie?“ fragt er. Sein Ziel: Eine Doktorarbeit über das Phänomen zu verfassen und ein Ameisen-Videospiel zu entwickeln. Der Ecuadorianer studiert „Game Development & Research“; in Köln als einer der Medienmetropolen Deutschlands darf ein solcher Studiengang kaum fehlen. Der hiesige „Mediapark“ verheißt zwar mehr, als er letzten Endes tatsächlich verkörpert, nichtsdestotrotz ist die Stadt für ansässige Sender und Verlage bekannt.
Und auch einige Medienkarrieren finden hier ihren Anfang – wie die von Jan Schomburg, ehemals Student der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln, dessen Spielfilmdebüt „Über uns das All“ auf der Berlinale großen Zuspruch erhielt. Zum Teil geht sein Erfolg dabei sicher auch auf die Ausbildungsstätte zurück, die Schomburg für „ziemlich einzigartig in Deutschland“ hält. Doch nicht nur in Sachen Medien tut sich aktuell etwas in der Kölner Hochschullandschaft.
Im September erhielten die Kölner Nachwuchswissenschaftler Dr. Eva Hoppe und David Kusterer den Reinhard-Selten-Preis, der jährlich an junge Ökonomen verliehen wird – für originelle, bedeutende und natürlich wissenschaftlich akkurate Arbeiten. In ihrem Experiment erforschten sie, wie sich die Komplexität der Tätigkeiten eines Arbeitnehmers auf seine Motivation auswirkt. Überhaupt scheint die Forschungsfreude der Kölner im Wirtschaftsbereich kennzeichnend zu sein: So zählt die Universität zu Köln laut dem Handelsblatt zu den „Top 10“ im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, gemessen an der Forschungsleistung ihrer Volkswirte. Bei diesen Erfolgen und so viel akademischem Potential müsste es für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt rosig aussehen. Andernfalls hat Köln immer noch die Kunst und die Medien. Und das ist ja auch nicht gerade wenig.
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