Seit Anfang des Jahres hat die Senator Film Produktion GmbH mit dem Geschäftsführer und Produzenten Ulf Israel neben Berlin auch ein Standbein in Köln. Ulf Israel sammelte erste Erfahrung bei X Filme in Berlin, bis er über Dortmund, wo er für 3L die Produktionsabteilung leitete, in Köln landete. Erstes Projekt der Senator Film Köln Produktion ist die internationale Koproduktion „2 Tage New York“, Julie Delpys Fortsetzung von „2 Tage Paris“.
choices: Herr Israel, was macht Köln für einen Berliner Traditions-Produzenten wie Senator so interessant?
Ulf Israel: Da spielen verschiedene Funktionen eine Rolle. Ich habe bereits früher sehr gute Erfahrungen mit den Kölner MMC Studios gemacht. Die sind nicht nur vom Servicing gut, der Standort ist auch wahnsinnig gut zu erreichen.
Was ist denn der Vorteil gegenüber Babelsberg?
Die Studios dort sind auf ähnlichem Niveau, aber Babelsberg füllt seine Kapazitäten oft schon selbst.
Was macht Köln als Filmstandort noch attraktiv?
Man hat in Köln eine wahnsinnig gute Infrastruktur, was Dienstleister und Kreative betrifft. Die gibt es natürlich in Berlin auch. In Köln werden sie aber noch nicht so gesättigt ausgenutzt, da gibt es hier gewisse Freiräume. Köln hat den Vorteil der kurzen Wege, und es gibt zwei große Flughäfen. Auch das ist ein riesen Problem in Berlin. Und was für uns perspektivisch wichtig wird, ist die Nähe zu gewissen westeuropäischen Ländern, sprich Belgien, Holland, Frankreich, wo es Finanzierungsinstrumente gibt, die man sicherlich kombinieren kann. Und wo natürlich eine Motivvielfalt entsteht, die wir anderswo nicht haben, sprich französisch geprägte Motive, das Meer in Holland und so weiter. Außerdem ist man in knapp drei Stunden in Paris, was ein wichtiger Faktor für unser erstes Projekt mit Julie Delpy ist.
Welche Zielsetzung haben Sie in Köln?
Wir werden von hier aus auch deutsche Filme entwickeln, uns aber auch mit internationalen Koproduktionen ergänzen. Wir werden kein Starkino auf Teufel komm raus produzieren, da wissen wir selbst, dass das auf dem Markt eine immer geringere Bedeutung hat.
Nach welchen Kriterien suchen Sie Filme aus?
Also, vor allen Dingen muss die Geschichte greifen. Eine Geschichte, die uns berührt, die uns amüsiert, die uns fesselt, von der wir glauben, dass sie auch was zu sagen hat. Und wenn das erfüllt ist, dann kommt als nächstes die Frage der Marktrelevanz. Wobei marktrelevant nicht heißt, dass wir nur noch nach einem Millionen-Film gucken. Es ist vielmehr eine Frage des Verhältnisses dessen, wen wir mit dem Film erreichen wollen und was das dann heißt für die Marktrelevanz. Das bedeutet keinesfalls, dass wir Experimenten und Risiken aus dem Weg gehen.
Was macht Kino für Sie persönlich besonders?
Sich in einer Geschichte verlieren zu können.
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