Das hatte ich mir so nicht vorgestellt: Ausgerechnet im Februar, dem Karnevalsmonat im Rheinland, muss ich mit einer traurigen Nachricht beginnen. Eigentlich wollte ich auf Alternativen zum närrischen Treiben hinweisen – und das besondere Augenmerk auf die angekündigten Auftritte von Ars Vitalis am 10. und 11.2. in der Comedia richten. Es wird sie nicht geben. Klaus D. Huber, neben Buddy Sacher und Peter Wilmanns einer der drei Multifunktionskünstler, ist gestorben. Das seit 1979 mit allen Regeln der Kleinkunst und Musik brechende Trio Infernale kann sich nicht mehr in Schale werfen, sprich: die verbeulten schwarzen Anzüge anziehen, zu allen möglichen Instrumenten greifen und das Publikum musikalische Mores lehren. Vorbei, unwiederbringlich, unfassbar.
Klar, Huber hätte sicher nicht gewollt, dass wir nun alle Trauer tragen – oder wie er in einem Gespräch sagte, „Wir haben das Glück, dass wir nicht genau wissen, was wir möchten“. Eines war allerdings glasklar: Die durch Japan und Kanada, Mexiko, in die USA und Norwegen, häufig mit Schauspielerin Meret Becker, tourenden Musiker auf dem Anarcho-Trip haben die Kleinkunst revolutioniert. Wer einmal erlebt hat, wie Sprache und Töne sich aneinander reiben, brechen und in tausend Stücke springen können, auf dass etwas unerhört Neues entsteht, der ist für herkömmlichen Quatsch nicht mehr zu gebrauchen. Dabei wollten sie eines nie: ihre Zuschauer erziehen, belehren oder gar mit einfachen Antworten auf existenzielle Fragen nach Hause schicken.
Bleiben wir bei der Musik, die jeder versteht: Ass-Dur sind zwar alles andere als Nachfahren von Ars Vitalis, aber eines haben sie gemeinsam: Sie beherrschen ihr Metier. Auf eben dieser Basis entwickelt das aus Dominik Wagner und Benedikt S. Zeitner bestehende Duo eine Mischung aus E und U, also aus Ernst und Unterhaltung, aus der Virtuosität, mit der sie klassische Kompositionen, clowneske Elemente und Evergreens der Pop-Musik zu einem Brei verrühren, der aufgrund ihres elementaren Körpereinsatzes, ihres Könnens und dessen uneingeschränkter Verhohnepipelung zu einer hochkomischen Performance gerät (am 5. Februar im Bonner Haus der Springmaus).
Auch Basta, die fünf Mannsbilder namens René Overmann, Werner Adelmann, William Wahl, Andreas Hardegen und Thomas Aydintan wissen, welche Wirkung stimmliche Entäußerungen haben können. Seit dem Jahrtausendwechsel hat sich das Quintett eine Fangemeinde ersungen und ist als eine der wenigen A-cappella-Gruppen in den Charts gelandet. Bemerkenswert ist auch, dass sie nach ihren ersten Auftrittsmöglichkeiten im Senftöpfchen-Theater dem Musentempel treu geblieben sind und am 23. Februar garantiert für ein volles Haus sorgen werden.
Trommelnd auf den Putz haut auch die hanseatische Percussionriege Trude träumt von Afrika (am 23. Februar in der Comedia, am 24.2. im Bonner Pantheon). Hier wird nicht fein tremoliert noch nachhaltig an Texten ziseliert, sondern dem musikalischen Affen aus nicht näher definierten Ländern Zucker gegeben: „Wenn Träume (beinah) wahr werden“ heißt das Programm des Weiber-Quintetts, das einfach mitreißt, Laune macht und die Muskulatur kräftigt. Zumindest die der in nördlichen Gefilden seit Jahr und Tag umjubelten Damen, die nun angetreten sind, auch das Rheinland, also den Süden der Republik (von Hamburg aus gesehen) zu erobern. Wir sind dabei! Schwört wie immer hoch und heilig die Ihnen stets ergebene
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