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Dein Weg

In den Schuhen meines Sohnes

Die Filmstarts der Woche

Spätestens nach Hape Kerkelings Bestseller über seine Pilgerreise nach Santiago de Compostela ist die gut 800 Kilometer lange Route, beginnend von den Pyrenäen bis zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus in Galizien, wieder recht populär geworden. Emilio Estevez schickt in „Dein Weg“ (Cinenova, Odeon) seinen Vater Martin Sheen als schicksalsgeprüften Augenarzt Tom Avery auf den Jakobsweg. Beim Golfen erreicht Tom die Nachricht vom Tod seines rebellischen Sohnes, der kurz zuvor angekündigt hatte, seine universitäre Karriere zu beenden und stattdessen die Welt sehen zu wollen. Man trennte sich im Streit, und nun muss sich der verbitterte Tom auf den Weg nach Südfrankreich machen, denn Daniel ist auf der ersten Strecke des Jakobswegs in den nebligen Bergen verunglückt. Hilflos nimmt er den Leichnam dort zusammen mit der verbliebenen Wanderausrüstung in Empfang und trifft schließlich eine folgenreiche Entscheidung: Er will den Weg seines Sohnes quasi in dessen Schuhen zu Ende gehen. Vor der wunderbaren Kulisse Nordspaniens gelingt Estevez eine kluge, zu Herzen gehende Tragikomödie über das Leben und den Tod.

„Amazing!“ Stephen Fry, britischer Schauspieler und Künstler, ist ganz unverhohlen ein schwärmerischer Verehrer Richard Wagners. Für „Wagner & Me“ (Odeon) reiste er zu den Lebensstationen des Komponisten und Dramaturgen. Leicht verklärt, aber stets anschaulich erzählt er von Leben, Werk und Antisemitismus – und spricht dabei das Werk auch einfach mal von seines Schöpfers Macken frei. Susanne Rostock widmet sich in „Sing Your Song“ (Cinenova) dagegen den unterschiedlichen Lebensstationen Harry Belafontes. Und natürlich seinem Wesen: Das eines ewigen Optimisten, eines nimmermüden Kämpfers, eines lebenslustigen, musikalischen Missionars.

Nach „Attenberg“ ist „Alpen“ (Filmpalette) der nächste Beitrag des Jüngsten Griechischen Kinos: Wieder wird ein absurder Ansatz, der Grundlage für eine Komödie sein könnte, aber ins Drama verkehrt wird, wieder sind Künstlichkeit und Tristesse inhaltliches und inszenatorisches Konzept. Diesmal wird von einem Verein erzählt, der Hinterbliebenen ihre Verstorbenen in Form von Laiendarstellern zurück bringt.

Außerdem neu in den Kinos: Damjan Kozoles nüchternes Drama „Callgirl“ (Filmpalette), Madonnas romantisches Biopic „W.E.“ (Cinenova, Weisshaus), Eddie Murphys Komödie „Noch Tausend Worte“ (Cinedom, UCI) und Bradley Parkers Schocker „Chernobyl Diaries“ (Cinedom, UCI). Als deftige Culture-Clash-Komödie funktioniert zudem „Wanderlust - Der Trip ihres Lebens“ (Cinedom, UCI) mit Paul Rudd und Jennifer Aniston.

Redaktion choices.de

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