Die Sätze stehen wie Monumente im Raum, bedeutungsschwere Pause schrauben das Gesagte auf pathosbewachsene Höhen. Lange nicht mehr wurde von den brillanten Darstellern des Kölner Schauspiels derart gewichtig deklamiert wie in Robert Borgmanns Euripides-Interpretation „Wir Kinder von Theben“. Der junge Regisseur nimmt sich dessen „Phönizierinnen“, die zweite Staffel des Ödipusmythos’, zur Brust. Ödipus hat bekanntlich seinen Vater erschlagen und danach mit seiner Mutter Jokaste geschlafen, natürlich ohne es zu wissen. Aus dem Inzest resultiert nun das Personal für die Fortsetzung des mythischen Breaking Bad. Die Söhne Eteokles und Polyneikes haben periodischen Machtwechsel auf dem Thron Thebens vereinbart, doch Eteokles hat das Blut der Macht geleckt und will nicht. Also ziehen sie gegeneinander in den Krieg – mit letalem Ausgang für beide. (In der dritten Staffel geht es dann um Antigone, die ihren Bruder Polyneikes beerdigen will).
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