Draußen tobt die Barbarei, drinnen zersetzt sich die alte Welt. Andrea Breth inszeniert am Düsseldorfer Schauspielhaus „Marija“ von Isaak Babel, ein Gesellschaftspanorama aus dem revolutionären Petrograd des Jahres 1920. Die Inszenierung zeigt acht Bilder, acht Stationen auf dem Weg von Menschen in die Depression oder in eine neue Welt. Dissonante Töne begleiten den Umbau der Bilder auf der Bühne, lassen den Zuschauer aber auch kurz das zuletzt Gesehene reflektieren, Atem schöpfen für das nächste der dramatischen Sezierachtel. Breth zeigt eine historische Kostümorgie, deren Einzelteile eigens für die Aufführung nach Fotos und Filmen aus der Zeit geschneidert wurden. Die Szenen gleichen in Bewegung versetzten Ölschinken, deren sekundenlanges Erstarren nach dem Hochfahren des Vorhanges oder dem Ende der dem Film entlehnten Schwarzblende das Puppenhafte ziemlich verstärkt.
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