
Act of Valor
USA 2012, Laufzeit: 111 Min., FSK 16
Regie: Mike McCoy, Scott Waugh
Darsteller: Rorke, Michael, Dave, Ajay, Sonny, Ray, Duncan Smith, Van O, Weimy, Roselyn Sanchez, Alex Veadov, Jason Cottle, Nestor Serrano
>> www.actofvalor-film.de
Pathetischer Kriegsfilm
Blendgranate
„Act of Valor“ von Scott Waugh und Mouse McCoy
„Echte Navy Seals“. Basierend auf „realen Einsätzen“. Was hier unter dem Deckmantel der Authentizität über die Leinwand flimmert, ist übelst glorifiziertes Armeepropagandawerk. Eine Handvoll US Nave Seals, allesamt gelackte G.I. Joes ohne Makel und Macken, eherne Familienväter und Kämpfer für die Freiheit, die Verantwortung für ihr Vaterland übernehmen, indem sie sich durch die Welt schießen. Eine mobile Einheit, dem Gegner in allen Belangen überlegen. Eine Armee, die Helden rekrutiert, in der man nicht nur Krieger ist, sondern vor allem Freund. Eine starke Truppe, Kumpels in Tarnfarben, die miteinander kämpfen und füreinander sterben, und wenn sie das gerade nicht tun, dann wird gelacht, wenn man hölzern miteinander kokettiert. Die Handlung: Eine CIA-Agentin wird entführt, Waffenschieber, ach nein: Terroristen planen Attentate auf die Großstädte der USA.
Über die Welt verteilt, zu Land, zu Wasser und aus der Luft, geht es den Schurken an den Kragen. Und um die Angelegenheit nicht zu verklärt darzustellen, wird der vorhersehbarer Heldentod mit eingebaut. Allgegenwärtig: Die US-Flagge. Und aus dem Off der Erzähler, der "weise" Männer zitiert und von seinem Vater erzählt, der im Krieg war, so wie sein Großvater zuvor.
Die Action dieses Machwerks entspricht dem Durchschnitt solcher Machwerke, ebenso die Musik vom Pathosfließband und die konstruierte Dramaturgie. Unterm Strich: Pathos und Patriotismus in übelster Ausprägung. Ein übles Blendwerk, demgegenüber gar John Rambos Ein-Mann-Missionen glaubwürdiger erscheinen – und der hält in den Kampfpausen wenigstens die Klappe.
(Hartmut Ernst)

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