Eine Frau schiebt einen winzig kleinen Kinderwagen. Da sie aber auf mindestens zehn Zentimeter hohen Absätzen trippelt, muss sie sich ganz tief hinunter beugen und gleichzeitig ihren Po in die Höhe recken. Fürsorgliche Mutter sein und sich zum erotischen Objekt stilisieren, zwei Funktionen, die sich im humorvoll-pointierten Bild treffen, das Marion Dieterle in ihrer Choreographie „Fleisch und Puppen“ entwirft. Eine Produktion, die sie jetzt bei Barnes Crossing in der Wachsfabrik zeigte, und die es in sich hat. Die Familie als Hort von Identität und Halt, als Ort der Unterdrückung, von Begehren und Stagnation. Sehr komplex sind die Themen, sehr reif und durchdacht werden sie mit den Mitteln des Tanzes, der Animation oder des Schauspiels ins Bild gesetzt.
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