choices: Herr Fuchs, warum sind die Gelder für MÜLHEIM 2020 nicht rechtzeitig geflossen?
Norbert Fuchs: Wir mussten nachbessern, weil beim Aufstellen des Projektplans handwerkliche Fehler gemacht worden sind. Mit bestimmten Kriterien hat sich unsere Verwaltung schwer getan, da sie sich hier auf neues Terrain begeben und Erfahrungen sammeln musste.
Die Initiatoren der Mülheimer Nacht ärgern sich über die Stadt und fühlen sich von ihr im Stich gelassen.
Es gab wohl zwei Einsätze des Ordnungsamtes, ich habe aber sofort reagiert und alle an einen Tisch geholt, um das zu klären. So etwas ließe sich verhindern, wenn die auch mal vorher kommen würden und nicht immer hinterher ...
Die Initiatoren haben die Veranstaltung mit eigenen Mitteln gestemmt und können sich nun nicht mehr beim Verfügungsfonds bewerben, weil die Reihe bereits „läuft“. Ist das nicht bürokratischer Nonsens?
Das sehe ich anders. Warum sollen die sich nicht bewerben können? Das ist doch jedes Jahr ein neues Einzelprojekt. So etwas ist Auslegungssache, und letztendlich entscheidet das der Veedelsbeirat.
Wie bewerten Sie die Entscheidungsbefugnis des Veedelsbeirats beim Verfügungsfonds?
Teilweise sehe ich das kritisch: Im Beirat sitzen ja Leute für politische Parteien drin, die gleichzeitig als Vertreter anderer Interessensverbände, die selbst Mittel aus dem Verfügungsfonds beantragen, auftreten.
Welche Erwartungen verbinden Sie mit der geplanten „Flaniermeile“ Frankfurter Straße?
Flaniermeile – das ist doch eine Bundesstraße! Wir wollen die Straße natürlich aufwerten, aber unter einer Flaniermeile stelle ich mir Malaga am Strand vor. Der Ausdruck ist falsch. Wir versuchen, die Rahmenbedingungen für die Frankfurter Straße zu verbessern.
MÜLHEIM 2020 richtet sich auch gegen die hohe Arbeitslosigkeit im Veedel. Hilft da das Medienquartier Schanzenviertel?
Wenn sich z. B. der Lübbe Verlag hier ansiedelt, handelt es sich meist um hochqualifizierte Arbeitsplätze. Ob man die dortigen Arbeitsplätze mit Leuten, die früher hier in den Stahlwerken gearbeitet haben, besetzen kann, ist fraglich. Vielleicht im handwerklichen Bereich, z. B. als Hausmeister etc. Aber innerhalb Kölns hat Mülheim das größte stadtentwicklungspolitische Potenzial. Hier wird in den nächsten zehn Jahren mehr passieren als in der gesamten Stadt.
Tags: Thema 11/11
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