„Du bist der üble Hetzer“, brüllt Othello und drängt Jago mit dem Unterarm an die Wand. Er legt seine Hand an den Kehlkopf des Manipulators und drückt zu, als ob er dem Intrigantentum, der Bosheit und Niedertracht einfach die Luft abdrehen wollte –um dann doch wieder „nur“ einen Beweis für Desdemonas angebliche Untreue zu fordern. Stefan Nagel, der lange als Regieassistent am Schauspielhaus gearbeitet hat und mit einem Brinkmann-Abend debütierte, inszeniert Shakespeares „Othello“ als ein Stück aus der Welt der Soldaten und des Krieges. Es geht rau, brutal und zotig zu. Die Männer tragen uniformähnliche Kleidung, bringen die Hände kaum aus den Hosentaschen und lassen, dank der Übersetzung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, von „ficken“ bis „Fotze“ nichts aus.
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